Karrierewege in der Kunst – Teil 2

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Außerordentliches Engagement….

… beweist Carmen Gaggl – und das wurde nun auch offiziell gewürdigt. Die KUG- Doktorandin erhielt im Dezember vergangenen Jahres den Förderungspreis des Landes Kärnten für Volkskultur. Die gebürtige Klagenfurterin hat sich ganz dem Hackbrett verschrieben und nähert sich diesem von der praktischen wie auch von der theoretischen Seite an. Carmen unterrichtet Hackbrett im Landesmusikschulwerk Kärnten, ist Fachkoordinatorin für Hackbrett, Harfe und Zither sowie Mitglied des internationalen Ensembles für Alte Musik „L ́Arpeggiata“ mit Sitz in Paris (www.arpeggiata.com) und absolviert parallel das Doktorats-Studium am Institut für Ethnomusikologie der Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz. Zu erwähnen sei noch, dass die ausgebildete Kulturmanagerin und Musikkinesiologin immer wieder Vorträge und Seminare hält und 12 Jahre lang Redakteurin der Quartalszeitschrift „lied.ART“ des Kärntner Volksliedwerkes war. Dass dieses außergewöhnliche Engagement bereits des Öfteren ausgezeichnet und gefördert wurde, liegt auf der Hand. Für Carmen selbst war die Verleihung des Förderpreises dennoch eine große Überraschung: „Ich habe es aus der Zeitung beziehungsweise aus dem Glückwunsch-SMS erfahren.“ Die Leidenschaft für das Hackbrett erwachte in ihr schon früh: „Das Hackbrett begleitet mich fast schon mein ganzes Leben lang. Ich bin mit 6 Jahren in eine Musikschule gegangen und hörte dort den Klang dieses Instrumentes. Ich war sofort begeistert und wollte dieses Instrument unbedingt erlernen. Dass das irgendwann einmal mein Beruf werden würde, daran hätte ich damals jedoch nie gedacht.“

Carmen Gaggl, Foto: Helmuth Weichselbraun/Kleine Zeitung
Carmen Gaggl, Foto: Helmuth Weichselbraun/Kleine Zeitung

Carmen möchte auch dazu beitragen, das Image des „Nischeninstrumentes“ ein wenig zu verändern: „Es ist mir wichtig, dieses Instrument zu positionieren und das Vorurteil, man könne darauf ja ’nur‘ Volksmusik spielen, schrittweise abzubauen – sei es durch Unterrichten, durch Konzerttätigkeit oder wissenschaftliche Arbeit.“ Durch die Verleihung des Förderungspreises wurden einerseits Hackbrett-Forscher wie auch aktive Hackbrettspieler auf Carmens Engagement aufmerksam: „Die Hackbrett-Szene ist im deutschsprachigen Raum recht überschaubar und ich denke es bereichert alle, wenn die theoretische und die praktische Seite sich ergänzen.“
In ihrer Dissertation beschäftigt sich Carmen mit den ikonografischen (bildlichen) Quellen des Gesamttypus Hackbrett/Psalterium in der Alpen-Adria-Region zwischen 1320 und 1530. Auch nach dem Doktorat möchte Carmen einen Teil ihrer Zeit der Forschung widmen: „Die Hackbrettforschung steht noch relativ am Anfang und ich möchte unbedingt weitermachen. Es gibt viel interessantes Material zum Aufarbeiten.“ Auf die Frage, wie Carmen all diese Aufgaben bewältigt meint sie: „Das frage ich mich manchmal selbst, man jongliert ständig zwischen mehreren Bereichen. Die Herausforderung an dem Ganzen ist die Organisation, das fordert natürlich. Dafür entscheidet man aber für sich selbst und ist ein Stück weit selbständiger. Ohne Unterstützung und Verständnis auf Seiten der Familie und des Freundeskreises würde es in dieser Form aber nicht umsetzbar sein.“

Text: Birgit Nikzat

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