Das DocService der Uni Graz im Interview

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Das DocService der Karl-Franzens-Universität Graz bietet DoktorandInnen ein umfassendes Serviceportfolio – von einem maßgeschneiderten Kursprogramm bis hin zu spannenden Netzwerkaktivitäten. Im Gespräch mit Frau Dr. Stefanie Lerch vom DocService hat der Wirtschaftsgeist nachgefragt, welche Services für Geistes-, Sozial- und KulturwissenschafterInnen angeboten werden.
Dr. Stefanie Lerch kommt selbst aus dem Bereich der Geisteswissenschaften: Sie hat ein Studium der Alten Geschichte und Kunstgeschichte an der Karl-Franzens-Universität Graz und der Université de Montreal absolviert, sowie einen Forschungsaufenthalt an der Georg-August-Universität Göttingen. Von 2011 bis 2013 war sie Stipendiatin der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Karl-Franzens-Universität Graz – und seit Februar 2014 ist Frau Dr. Lerch co-verantwortliche Mitarbeiterin im DocService der Karl-Franzens-Universität Graz.

Dr. Stefanie Lerch, DocService
Dr. Stefanie Lerch, DocService

Frau Dr. Lerch, was ist denn das DocService der Uni Graz überhaupt? Was bieten Sie an?
Das DocService der Karl-Franzens-Universität Graz versteht sich als Kompetenzzentrum, Servicestelle und Informationsdrehscheibe für doktoratsspezifische Themen im Kontext einer zukunftsgerichteten, hochgradig professionalisierten und qualitativ exzellenten Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses.
Aufgrund der besonderen Positionierung des Doktorats als letzter Stufe der Ausbildung und gleichzeitig als erster Stufe einer wissenschaftlichen Karriere (Stichwort: Promovierende als Early Stage Researcher) ist das DocService an der Schnittstelle zwischen Lehre und Forschung verortet.
Das DocService berät DoktorandInnen in verschiedenen Angelegenheiten, bietet ein Kursprogramm für Transferable Skills an und unterstützt mit der Organisation von Diskussionsveranstaltungen und Publikationen die konstruktive Auseinandersetzung mit akademischen Karrierewegen. Zudem betreut das DocService eine Plattform auf der alle wichtigen Informationen rund um das Doktorat zu finden sind.
Auf der Ebene des Universitätsmanagements wirkt das DocService an der Weiterentwicklung der Doktoratsausbildung und der Verbesserung der Rahmenbedingungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs an der Universität Graz mit.

Welche Services werden speziell für DoktorandInnen der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften angeboten?
Wir bieten verschiedene Formate speziell für DoktorandInnen der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften an. Zum Beispiel veranstaltete das DocService im Frühjahr einen Workshop zum Thema Thinking at the Edge. Bei diesem Workshop lernten Sozial- und GeisteswissenschaftlerInnen eine Methode kennen, die bei der Entwicklung neuer Forschungsideen unterstützt und hilft diese zu systematisieren. Die TeilnehmerInnen widmeten sich zwei Tage ihren Forschungsidee und kamen somit in den Genuss eines intensiven Coachings zum eigenen Forschungsprojekt.
Zudem unterstützt das DocService auch Initiativen, wie das Projekt „Geisteswissen schafft Wirtschaft“ von Frau o. Univ.-Prof. Renate Pieper. Dieses Projekt hat es sich zur Aufgabe gemacht GeisteswissenschaftlerInnen die Augen für die Wirtschaft zu öffnen und gleichzeitig auch Manager von den Fähigkeiten der DoktorandInnen zu überzeugen. Die DoktorandInnen spielen dabei wirklichkeitsnahe Unternehmensprozesse durch und werden mit der Lösungen ausgewählter Fallbeispiele betraut.

Gibt es viele Anfragen von DoktorandInnen aus dem Bereich der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften? Welche Anliegen haben diese DoktorandInnen?
Mit rund 700 DoktorandInnen hat die geisteswissenschaftliche Fakultät die meisten DoktorandInnen, daher kommen natürlich auch sehr viele Anfragen aus diesem Bereich. Aber auch von der sozialwissenschaftlichen Fakultät gibt es ein großes Interesse an unserem Beratungsangebot. Die Anfragen sind sehr unterschiedlich und reichen von allgemeinen Informationen zum Ablauf des Studiums bis hin zur Problemen mit Betreuungspersonen. Häufige Anliegen der DoktorandInnen sind vor allem Themeneingrenzung, Finanzierung, Betreuersuche, Auslandaufenthalten oder Publikationsmöglichkeiten.

Geistes- Sozial-, Kulturwissenschaften und die Wirtschaft: Passt das zusammen?
Geistes-, sozial- und kulturwissenschaftliche Studien und die Wirtschaft schließen sich nicht aus, doch finden sich Berührungsängste auf beiden Seiten. Daher hat das bereits erwähnte Projekt „Geisteswissen trifft Wirtschaft“ es sich zur Aufgabe gemacht, den wechselseitigen Nutzen herauszuarbeiten. Bereits im Pilotprojekt wurde allen Beteiligten klar, dass die Zusammenarbeit zwischen Geistes-, Sozial-, Kulturwissenschaften und der Wirtschaft überaus fruchtbar sein kann. Wissenstransfer, Projektmanagement und Kommunikation sind klassische Tätigkeitsfelder von Geistes-, Sozial- und KulturwissenschaftlerInnen in der Wirtschaft. Ebenso sind ausgezeichnete Sprachkenntnisse und interkulturelle Kompetenzen sehr wichtige und nachgefragte Skills.

Können Sie einige Kompetenzen definieren, die DoktorandInnen der GSK in ein wirtschaftliches Umfeld einbringen können?
Der Wunsch nach Messbarkeit von Kompetenzen ist besonders in der Wirtschaft groß, um Ausbildungen vergleichbar zu machen.
Geistes-, Sozial- und KulturwissenschaftlerInnen zeichnen sich durch eine Vielzahl an Kompetenzen aus: Sie glänzen durch zielgerichtete Recherche und lösungsorientiertes Vorgehen. Sie besitzen die Fähigkeit zu vernetztem Denken, sind kreativ, hartnäckig und initiativ. Zu den wichtigsten Kompetenzen gehören Kommunikations- und Problemlösungskompetenz, Transferfähigkeit, Projekt- und Wissensmanagement sowie Medien-, Präsentations- und Visualisierungskompetenz. Aber auch Persönlichkeitsmerkmale wie Ausdauer, Begeisterungsfähigkeit, Teamfähigkeit, intrinsische Motivation werden immer wieder genannt, die DoktorandInnen der GSK in ein wirtschaftliches Umfeld einbringen.

Vielen herzlichen Dank für das Gespräch!

Link zum DocService der Uni Graz: https://docservice.uni-graz.at/de/

Interview/Text: Roland Reiter

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