Karrierewege von GeisteswissenschafterInnen – Vol. 2

Gepostet am Aktualisiert am

Die Suche nach dem richtigen Job…

… stellt GeisteswissenschafterInnen vor eine große Herausforderung, meint Maria Eibelhuber. Trotzdem konnte sie mit Eigeninitiative und einem Quäntchen Glück einen Job finden, der ihrem Studium entspricht und in dem sie sich so richtig wohl fühlt. Seit 2014 ist die Kulturanthropologin bei rubicom beschäftigt, einer Agentur für Unternehmensgeschichte. „Das ist eine absolut spannende Arbeit“, so Maria, „ich bin in einem sehr spezifischen Bereich tätig – Beschäftigung mit Geschichte und freie Wirtschaft – das ist eine seltene Kombination. Meine Aufgaben sind vielfältig: Kundenbetreuung, Recherche, Schreiben und Gestalten von Büchern und Ausstellungen, aber auch back office, Angebote erstellen bis hin zur Archivarbeit.“

Maria Eibelhuber
Maria Eibelhuber

Die gebürtige Oberösterreicherin hat an der Karl-Franzens-Universität das Diplomstudium Volkskunde und Kulturanthropologie absolviert und danach den Masterlehrgang Kunst und Recht abgeschlossen. Das Studium der Volkskunde ist zwar recht breit gefächert, doch würden betriebswirtschaftliche Fächer das Studium sinnvoll ergänzen, meint Maria. Als Freifächer wurden ihr Lehrveranstaltungen anderer Fakultäten nicht angerechnet: „Da sollten die Geisteswissenschaften flexibler werden. Es wäre sicherlich wirksam, gewisse betriebswirtschaftliche und juristische Basics vermittelt zu bekommen.“ Maria spricht aus Erfahrung. Nach Abschluss ihres Studiums kehrte sie nach Oberösterreich zurück und begab sich dort auf die Suche nach einer geeigneten Stelle. „Das war schon ein Risiko. Eine gewisse Unsicherheit war immer da und die Frage, wer mich denn am Arbeitsmarkt brauchen kann. Absolventen von anderen Studiengängen haben es da schon leichter, etwas zu finden. Ich habe mich fleißig beworben, in allen Bereichen, und schließlich dann auch Initiativbewerbungen ausgeschickt.“
Vom Unternehmen rubicom hatte sie schon während ihrer Studienzeit in Graz gehört. „Das ist genau das, was ich machen möchte“, dachte sie damals – doch sie hatte sich anfangs keine Chancen ausgerechnet. Zurück in Oberösterreich bewarb sie sich dann doch bei diesem Unternehmen und hatte Glück.

„Im Nachhinein gesehen würde ich ein geisteswissenschaftliches Studium nur in Kombination mit einem anderen Studium machen, etwa BWL oder Jus. Nur mit der Volkskunde war ich orientierungslos, der Masterlehrgang Kunst und Recht hat mir da mehr Selbstvertrauen verschafft.“

Auch Vorurteilen gegenüber dem Studium der Volkskunde und Kulturanthropologie ist Maria begegnet. „Ich habe wegen meiner Studienwahl schon hin und wieder seltsame Blicke geerntet. Aber im Gegensatz zu anderen Studierenden, die sozusagen unter das schützende Dach von ‚Mainstream-Studien‘ flüchteten, bin ich meinen Neigungen und Interessen gefolgt. Auf die Frage, was Maria StudienanfängerInnen raten würde, antwortet sie, dass es ihrer Meinung nach von Vorteil wäre, sich als GeisteswissenschafterIn ein zweites Standbein zu verschaffen, um später am Arbeitsmarkt bessere Chancen auf eine gute Stelle zu haben.

Text: Birgit Nikzat

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