Monat: Oktober 2016

„… und was kann man damit eigentlich machen?“ – Karrieretag Musikologie

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Der Frage nach Karrieremöglichkeiten von MusikologInnen sind wir u. a. schon in unserem Beitrag über Horst Schnattler nachgegangen. Nun veranstaltet die „Studienrichtungsvertretung Musikologie“ der Kunstuniversität Graz einen Karrieretag, an dem vielfältige Berufsmöglichkeiten beleuchtet werden.

Programm:
* Impulsvorträge
* Frage- und Diskussionsrunden
* CV-Check
* Workshop für Bewerbungsgespräche
Neben AbsolventInnen der Musikologie, die ihre Karrierewege vorstellen, bietet das Career Center der Uni Graz Unterstützung bei CVs und Bewerbungsgesprächen.

WER?
Zielgruppe: Studierende der Musikologie.

WANN & WO?
Mittwoch, 16. November 2016
Uhrzeit: 14.00 Uhr bis 21.00 Uhr
Ort: Festsaal, Meerscheinschlössl, Mozartgasse 3

Schreiben in PR-Berufen

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Erst kürzlich haben wir in unserem Beitrag über die Schreibtrainerin Christina Boiger von der Text-Affinität der GeisteswissenschafterInnen gesprochen. Im Seminar Schreiben in PR-Berufen, initiiert vom Career Center der Karl-Franzens-Universität Graz, haben die Teilnehmerinnen die Möglichkeit, mehr über dieses spannende Tätigkeitsfeld zu erfahren und die spezifischen Schreibkompetenzen zu schärfen. Vortragende ist Dr. Doris Lind, Sachbuchautorin, Texterin und Texttrainerin (www.worte-wirken.at).

Wer schreiben kann, hat Glück. Stimmt aber nur zur Hälfte. Denn Schreiben kann man lernen. Es ist ein Handwerk, das bestimmten Regeln folgt – ganz besonders in PR-Berufen. Doch wie sind Presse-, PR- und Werbetext formal aufgebaut? Und welche Sprache passt? Im Seminar erfahren Sie es und erhalten darüber hinaus noch wertvolle Tipps für Ihren Schreibstil.

Der Pressetext ist eine der wichtigsten Textsorten in unserem Informationszeitalter. Wie aber schreiben Sie einen Text, der bei der Wahrheit bleiben muss und trotzdem Neugierde weckt? Wie findet man eine gute Headline? Presse ist aber nicht gleich PR. Während der Pressetext informiert, erzählt der PR-Text eine Geschichte: über Produkte, Dienstleistungen und Unternehmen. Wie legt man den Erzählfaden aus und wie schaffen Sie es, dass Anfang und Ende zusammenpassen? Der Werbetext ist wiederum der kreativste Text in der PR-Branche. Sie erfahren, mit welchen Stilmitteln die Werbesprache arbeitet und wie man sie auch bei anderen beruflichen Texten einsetzt.

Das sind die Themen des Seminars „Schreiben in PR-Berufen“:
* Pressetext: Formaler Aufbau und adäquate Sprache
* PR-Text: Produkte und Unternehmen attraktiv beschreiben
* Werbetext: Kurze Einführung in die Stilmittel der Werbung
* Stilkunde: Tipps und Tricks für Ihren Schreibstil

WER?
Zielgruppe: Studierende eines Regelstudiums an der Universität Graz bzw. Jung-Absolventinnen

WANN & WO?
Mittwoch 23.11.2016
Uhrzeit: 16:00 – 20:00 Uhr
Ort: SZ 15.22, Bauteil G2, Universitätsstraße 15, 8010, Graz

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Create Your Job – Berufsfindung und Berufseinstieg für GeisteswissenschaftlerInnen

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Das Career Center der Karl-Franzens-Universität Graz bietet mit Create Your Job – Berufsfindung und Berufseinstieg für GEWIs ein spannendes Format, das Studierenden und AbsolventInnen die vielfältigen Möglichkeiten in der Berufswelt aufzeigt.

Stellenangebote und Ausschreibungen für GeisteswissenschaftlerInnen sind nur spärlich zu finden und wenn, dann oftmals heiß umkämpft. Zudem sind die jeweiligen Berufsbilder nicht immer klar vorgegeben sowie mögliche Perspektiven nicht auf Anhieb erkennbar.
Im Rahmen dieser zweitägigen Veranstaltung werden Ihre fachlichen Kompetenzen sowie persönlichen Potenziale als GeisteswissenschaftlerIn in Bezug auf den beruflichen Einsatz konkretisiert. Sie erhalten entscheidende Impulse für die Auseinandersetzung mit ihren beruflichen Möglichkeiten und entwickeln Strategien, um sich besser auf dem Arbeitsmarkt zu positionieren.

Inhalte:
* Stellenwert der GEWIs in der Gesellschaft/Motive und Motivation für das Studium
* Persönliche Potenziale und Ressourcen
* Entwurf eines individuellen Profils
* Erarbeitung spezifischer Tätigkeits– bzw. Berufsfelder
* Konkrete Hilfestellung beim Berufseinstieg: Arbeitsmarktsituation und Weiterbildungsoptionen

Trainerinnen:
Ursula Schachinger, Priv.-Doz. Dr. phil.
Studium der Alten Geschichte und Klassischen Philologie
Numismatikerin an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Lehrbeauftragte für Antike Numismatik an der Universität Graz, Museumsarbeit und -pädagogik, Coach, langjährige Tätigkeit als Trainerin im Bereich Kommunikationstraining, Berufsorientierung, Stress- und Mentalmanagement

Michaela Hampala, Dr. phil
Studium der Germanistik und Romanistik/Italienisch
Erwachsenenbildnerin, Lebens- und Sozialberaterin, langjährige Tätigkeit an verschiedenen Bildungsinstitutionen, Sprachtraining, Berufsorientierung, Persönlichkeitsentwicklung, Schreibtraining

WER?
Zielgruppe: Studierende und Jung-AbsolventInnen geisteswissenschaftlicher Studienrichtungen
TeilnehmerInnen-Anzahl: 15 Personen

WANN & WO?
Freitag 25.11.2016 – Samstag 26.11.2016
Uhrzeit: 10:00 – 19:30 Uhr
Ort: Career Center Veranstaltungsraum, Elisabethstraße 32/2. Stock, 8010, Graz

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Wissenstransfer – QUO VADIS?

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Was bedeutet der Begriff „Wissenstransfer“ überhaupt – und wie sehen aktuelle Trends in diesem komplexen Themenfeld aus? Damit beschäftigen sich Daniel Wutti und Markus Hayden von der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt im Rahmen einer umfassenden Studie. Im Wirtschaftsgeist-Interview verraten sie uns erste Ergebnisse und erklären, welche Rolle die Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften dabei spielen.

Wir haben im Frühjahr über Eure Initiative zur Definition des Begriffs „Wissenstransfer“ berichtet. Seither habt Ihr eine aufwändige Studie zum Thema erstellt. Könnt Ihr kurz erläutern, worum es dabei geht und was in den vergangenen Wochen passiert ist?
Wir haben in einer Umfrage mehrere Ziele auf einmal verfolgt:
Zu aller erst wollten wir wissen, welche Begriffe Forscherinnen und Forscher implizit mit dem Thema Wissenstransfer verbinden. Zudem haben wir uns auch angeschaut, welche Komponenten sie explizit mit der Thematik verknüpfen. In einem weiteren Schritt haben wir eruiert, welche Motivatoren es für Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen gibt, Wissenstransfer zu betreiben und welche Hindernisse häufig auftreten. Der letzte Teil der Erhebung bestand aus einem umfangreichen Fragebogen zu Bewertung von Wissenstransfer, wie etwa im Hinblick auf Nutzen, Möglichkeiten sowie Stellung innerhalb der Scientific Community.
Im Speziellen waren wir auch daran interessiert, ob es zwischen den verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen – beispielsweise zwischen den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften auf der einen und den naturwissenschaftlichen und technischen Studien auf der anderen Seite – Unterschiede in Verständnis und Zugang zur Thematik des Wissenstransfers gibt.
Unsere Daten haben wir im Frühjahr an den Universitäten in Kärnten und der Steiermark erhoben. Seit damals sind wir vordergründig mit der Auswertung beschäftigt.

Was sind grundlegende Ergebnisse Eurer Studie – bzw. welche zentralen Aussagen lassen sich aus der Studie jetzt bereits treffen?
Die Auswertungen sind aktuell noch nicht abgeschlossen, da es eine Fülle an Daten gibt – sowohl quantitativer als auch qualitativer Natur.
Was wir aber schon sagen können ist, dass es ein großes Interesse an der Thematik gibt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler messen Wissenstransfer einen hohen Stellenwert und einen großen Nutzen zu. Vor allem der gegenseitige Austausch mit Expertinnen und Experten in praktischen Feldern wird als produktiv bewertet. Zeitgleich haben die Forscher_innen allerdings auch das Gefühl, dass innerhalb der Scientific Community nur wenig Wert darauf gelegt wird. Das bedeutet unter anderem auch, dass für die Karriere nach wie vor fast ausschließlich die „klassischen“ Leistungen, wie etwa Veröffentlichungen und Vorträge vor wissenschaftlichem Publikum zählen. Wissenstransferleistungen werden nach Meinung der Befragten hingegen kaum gewürdigt. Dabei ist Wissenstransfer für beide Seiten von Vorteil: das universitäre Wissen kommt in praktische Felder und findet dort Anwendung, andererseits fließt aber auch Praxiswissen zurück an die Universitäten. Nicht zuletzt werden auch gegenwärtig bedeutende Themen aus der Praxis von Forscherinnen und Forschern aufgegriffen. Somit profitieren alle Beteiligten.
Was die wesentlichen Teilkomponenten des Themas Wissenstransfer anbelangt, so deuten unsere Ergebnisse darauf hin, dass einige Bereiche kaum Beachtung bekommen. Die universitäre Lehre wurde beispielsweise von der überwiegenden Mehrheit der Befragten als essentiell benannt, wohingegen andere Faktoren, wie etwa Patentierungen – die sogar als Wissenstransferleistungen in den Wissensbilanzen der Universitäten erfasst werden – deutlich seltener sowohl implizit als auch explizit mit dem Thema Wissenstransfer verknüpft wurden.
In diesem Zusammenhang ist es jedoch wichtig anzumerken, dass die Forscherinnen und Forscher, die an unserer Erhebung teilgenommen haben, zum Großteil den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften zuzurechnen sind. Es könnte durchaus sein, dass der niedrige Anteil an technischen- und Ingenieurswissenschaftler_innen die Ergebnisse etwas verzerrt hat. Darauf wollen wir im nächsten Schritt, einer österreichweiten Studie, besonderes Augenmerk legen.

Am 5. Oktober gab es ein universitätsübergreifendes Treffen in Graz, bei dem Ihr erste Ergebnisse Eurer Studie präsentiert habt. Wie haben die TeilnehmerInnen reagiert, die ja aus unterschiedlichen Bereichen kamen – von den Geisteswissenschaften über Medizin bis hin zur Technik?
Die Ergebnisse wurden von den Anwesenden mit Interesse angenommen. Der Wert unserer Arbeit liegt wohl auch darin begründet, dass wir das Thema wissenschaftlich bearbeiten. Innerhalb des Wissenstransferzentrums Süd, wo es ansonsten viele interessante und innovative praktische Tätigkeiten und Projekte gibt, ergänzen wir also den thematischen Bereich aus einer theoretischeren Sichtweise. Uns ist es ausdrücklich wichtig, verschiedene Disziplinen an der Forschung miteinzubeziehen, daher haben wir uns auf eine interdisziplinäre Diskussion gefreut. Die Diskussion zeigte, dass die Zeit reif ist für solche übergreifende Initiativen – wir stehen noch am Anfang, das universitätsübergreifende Treffen in Graz hat aber gezeigt, dass es sinnvoll ist, breiter anzulegen. Diskussionsbedarf gab es insbesondere bei dem Thema „Kennzahlen zu Wissenstransfer“. Es geht um die bedeutende Frage, wie Wissenstransfer-Leistungen adäquat in Forschungsbilanzen und Leistungsvereinbarungen abgebildet werden könnten, ohne ihr Kreativitätspotenzial zu gefährden. Die Diskussion war fruchtbar und wir konnten gute nächste Schritte planen.

Mit dem Wirtschaftsgeist-Blog sind wir an der Schnittstelle GSK/Wirtschaft angesiedelt. Daher interessiert uns, ob Eure Studie auch über diesen speziellen Bereich Aufschluss gibt. Wie sehen Geistes-, Sozial- und KulturwissenschafterInnen den Wissenstransfer zur Wirtschaft? Gibt es eine solche Art des Wissenstransfers überhaupt?
Ja, Wissenstransfer wird auch in den GSK-Disziplinen betrieben. Allerdings stehen häufig andere Themenkomplexe im Vordergrund, als jene, die bisher in Kennzahlen abgebildet werden. Erkenntnisse der GSK-Wissenschaften lassen sich in der Regel nicht in Form von Patenten vermarkten und führen häufig auch nicht zu sog. „Spin-Offs“. Dennoch gibt es etwa im Bereich von Praxisforschung bzw. daraus entstehenden Fortbildungen für Praktiker_innen klare Überschneidungsbereiche. Auch sollte nicht unterschätzt werden, dass den GSK-Fächern oftmals eine bedeutende Rolle im Hinblick auf Bewusstseinsbildung, sowohl im politischen, wie auch im volkswirtschaftlichen Sinn zukommt. Luk Van Langenhove, der Leiter des Institute on Comparative Regional Integration Studies der United Nations University in Bruges, Belgium forderte 2012 sogar in einem Nature Artikel dazu auf, diese Ausrichtung weiter zu forcieren.

Welchen Nutzen seht Ihr im Wissenstransfer zwischen Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften und der Wirtschaft?
Diese spezielle Art des Wissenstransfers ist leider aktuell in vielen Belangen noch stark unterschätzt, obwohl GSK-Wissenschaftler_innen in den unterschiedlichsten Branchen einen großen Mehrwert leisten können und auch der Rückfluss von Informationen aus der Wirtschaft an die Universitäten nicht unterschätzt werden sollte. Dementsprechend ist unserer Ansicht nach ein stärkeres Zusammenarbeiten zwischen Forscher_innen und Wirtschaft nicht nur in den eben schon beschriebenen Themengebieten durchaus zu forcieren.

Wie sieht die Zukunft Eurer Wissenstransfer-Studie aus? Was habt Ihr damit vor?
Zu aller erst einmal haben wir die Erhebung in leicht abgeänderter Art und Weise nun auch an den anderen österreichischen Universitäten gestartet. Wir möchten somit ein möglichst repräsentatives Ergebnis für Österreich erhalten.
Unsere Studie sehen wir gewissermaßen als explorativ an. Die Daten sollen dementsprechend natürlich auch eine Grundlage bilden, auf die sich weitere Arbeiten stützen können. Bisher gibt es beispielsweise noch keine einheitliche Definition von Wissenstransfer – weder interdisziplinär noch innerhalb bestimmter Disziplinen wie etwa den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollen vermehrt für diese Thematik sensibilisiert werden. Viele bedeutende Förderinstitutionen wie etwa der FWF oder Horizon 2020 verlangen ja inzwischen explizit, Wissenstransfer in Forschungsprojekte mit einzubeziehen, beispielsweise indem der Dissemination oder Open Access besondere Aufmerksamkeit zukommt. Zugleich wird aber Wissenstransfer an den Universitäten, wo vordergründig „Science to Science“ zählt, noch recht stiefmütterlich behandelt. Es ist ein Ungleichgewicht, wenn Universitäten und die dort betriebene Forschung öffentlich finanziert werden, die Ergebnisse aber nur innerhalb der Scientific Community bleiben. Wissenstransfer kann hier Abhilfe schaffen. Wir hoffen, dass unsere Ergebnisse diesbezüglich einen Beitrag zur Sensibilisierung leisten können. Im Bereich der GSK-Wissenschaften geht es auch darum, Wissenschafter_innen zum Wissenstransfer zu ermutigen: vieles, was bereits getan wird, ist gewiss Wissenstransfer zuzuordnen, allerdings findet es aktuell keinen Eingang in Leistungsvereinbarungen, es wird nicht gewichtet. Hierbei geht es darum, Qualitätskriterien zu finden, um schlussendlich auch diese Leistungen adäquat abbilden zu können.
Was die Veröffentlichung der Ergebnisse anbelangt, so möchten wir natürlich auch dem von uns selbst proklamierten Weg treu bleiben und streben dementsprechend einen Open-Access-Weg an. Darüber hinaus werden die Ergebnisse im Rahmen der Wissenstransferzentren publik gemacht und auch kritisch diskutiert. Damit soll und wird der Prozess aber noch nicht am Ende stehen. Viele wesentliche Schritte kommen erst im Anschluss. Dazu zählt vor allem auch die Diskussion der Ergebnisse mit dem Ministerium und den unterschiedlichen Universitäten.

Interview/Text: Roland Reiter

Wirtschaftsgeist Workshop 2.0

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Aufgrund des großen Erfolgs des ersten WIRTSCHAFTSGEIST-Workshops lädt das WTZ Süd bereits am 2. Dezember 2016 zur zweiten Ausgabe der Veranstaltung! JETZT ANMELDEN!

WIRTSCHAFTSGEIST_web_
WER?
Zielgruppe:
Studierende der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften und der Künste an der Karl-Franzens-Universität Graz, der Alpen-Adria Universität Klagenfurt und an der Kunstuniversität Graz.
Start-ups aus unterschiedlichen Bereichen

WAS?
Der WIRTSCHAFTSGEIST Workshop bringt Studierende der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften und der Künste mit AkteurInnen aus der Wirtschaft zusammen. Studierende, die Interesse an einer wirtschaftlichen Berufsperspektive haben, treffen auf junge UnternehmerInnen, um einander kennenzulernen und gemeinsam an einer Challenge zu arbeiten.

WOFÜR?
Es entsteht eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten: Während die Studierenden einen Einblick in die Wirtschaftswelt erhalten, lernen Start-ups die vielseitige Expertise von Studierenden im geisteswissenschaftlichen Bereich kennen und profitieren von deren kreativen Problemlösungsansätzen.

WIE?
Für jedes teilnehmende Start-up wird ein interdisziplinäres Studierenden-Team gebildet. Gemeinsam mit dem Start-up arbeitet jedes Team an einer Challenge. Dabei werden Lösungsansätze aus den unterschiedlichen Disziplinen kombiniert. Ein Kreativcoach gibt dabei wertvolle Impulse und vermittelt nützliche Kreativitätstechniken, um die einzelnen Workshop-Projekte zu optimieren.

WANN & WO?
Freitag, 02. Dezember 2016, 09.00 Uhr bis 14.00 Uhr
Ort: Performancesaal der Kunstuniversität Graz, Reiterkaserne EG, Leonhardstraße 82-84, 8010 Graz
Weitere Informationen und Anmeldung: wirtschaftsgeist@uni-graz.at
Anmeldefrist für Studierende und Start-ups: 29. November 2016

Karrierewege von GeisteswissenschafterInnen – Vol. 4

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Auf die Stifte fertig los…

ruft Christina Boiger und alle beginnen zu schreiben. Christina ist Schreibtrainerin – und außerdem Germanistin, Romanistin und Slawistin.

Als Schreibtrainerin ist sie auf verschiedensten Ebenen tätig. Zu ihren Hauptkunden zählen Hochschulen, etwa die Uni Wien, die FH Wien der WKW, die PH Salzburg, das WIFI Burgenland und natürlich all jene, die Unterstützung beim Schreiben suchen. Auf der anderen Seite stehen Firmenkunden mit ihren individuellen Aufträgen. „Bei den Firmen geht es vorrangig um Alltagstexte“, erklärt Christina, „zum Beispiel um den Bericht, den man für den Chef schreibt. Im Prinzip sind das die gleichen Strategien, die man auch an der Hochschule verwendet, wenn man wissenschaftliche Arbeiten schreibt“. Christina hält zudem Gastvorträge, leitet Workshops und bildet an der Universität Wien SchreibmentorInnen aus.
Dass sie mit sehr unterschiedlichen Textsorten zu tun hat, liegt auf der Hand: „Ich habe gelernt Texte zu analysieren, auf sprachwissenschaftlicher und literaturwissenschaftlicher Basis. Ich weiß, welche Register wann idealtypisch verwendet werden, und ich kann aus diesen Faktoren mein eigenes Modell für einen Text bauen. Was ich im Studium gelernt habe, ist die Basis für das, was ich jetzt tun kann – aber es hat mir niemand gesagt, dass ich das kann. Ich glaube, dass ich auch nicht reif genug war, das zu verstehen. Mir hat im Studium der Transfer gefehlt. Ich habe dort Texte analysiert, habe aber nicht gewusst, wie ich diese Fähigkeit verwenden kann und dass sie auch gebraucht wird.“

Christina Boiger / Foto-Credit: Christine Weinberger – fotograzie
Christina Boiger / Foto-Credit: Christine Weinberger – fotograzie

Begonnen hat alles im Jahr 2000 mit einem Lehramtsstudium (Spanisch, Deutsch) in Graz. Christina hätte zwar von Beginn an lieber Russisch studiert, doch Deutsch erschien damals als die sicherere Variante, um später auf dem anvisierten Arbeitsmarkt – der Schule – bestehen zu können. Während des Probejahrs im Schuljahr 2004/05 am Gymnasium in Kapfenberg wurde ihr jedoch klar, dass sie nicht ihr weiteres Leben an einer Schule unterrichten wollte. Also begann sie im Herbst 2005 bei Kaipo, einem Unternehmen, das für das AMS Steiermark Bildungsförderungen bearbeitete: Im Rahmen einer EU-Förderung wurde bestimmten Personengruppen der Kursbeitrag oder Anteile davon gefördert. Also gab Christina Anträge in Systeme ein, prüfte die Kursabsolvierung und die Fördermöglichkeiten. Doch diese Arbeit als Sachbearbeiterin füllte sie nicht aus. Schließlich begann sie nebenbei Russisch zu studieren: „Das, was ich von Anfang an wollte“ schmunzelt Christina.
Nach einem Jahr als Sachbearbeiterin wechselte sie zum Unternehmen BDI – BioEnergy International AG. Ausgeschrieben war damals zwar eine Stelle als Sekretärin mit Französischkenntnissen, doch Christinas Auftritt überzeugte. Sie begann als Assistentin im Vertrieb und bekam mit der Zeit immer mehr Aufgaben übertragen. So koordinierte sie etwa Kongresse und unterstütze die Firma auch im Marketingbereich: „Das war der Moment, in dem ich feststellte: Ich kann vieles anwenden. Mir wurde klar, dass ich mich weiterentwickeln möchte und dass ich es kann.“ Nach fast 5 Jahren im Betrieb kündigte sie, begann die Ausbildung zur Schreibtrainerin in Wien und beendete ihr Bachelor-Studium in Russisch. Parallel dazu arbeitete sie ab 2011 an der FH CAMPUS 02 in Graz als stellvertretende Leiterin des Instituts für Hochschuldidaktik im Bereich der Qualitätssicherung. Dann wurde das Institut, an dem ich gearbeitet habe, geschlossen. Das war nun die Chance: Das Schreibtraining hatte ich ja schon nebenberuflich aufgebaut und ich dachte, so, das ist jetzt der Moment“, erzählt Christina.

Seit 2014 ist Christina Boiger nun hauptberuflich als selbständige Schreibtrainerin tätig und glücklich mit ihrer Entscheidung: „Man lernt sehr viel über unterschiedliche Menschen, unterschiedliche Organisationsformen und Strukturen. Ich habe so einen bunten, abwechslungsreichen Alltag, dass ich manchmal nicht weiß, ob es nun wirklich nur ein einziger Beruf ist.“
Nachdem der Markt nicht sonderlich gut erschlossen ist, bleibt auch die Konkurrenz überschaubar: „Unter den SchreibtrainerInnen gibt es eher ein kollegiales Austauschen als Konkurrenzkampf, da jede/jeder eine andere Spezialisierung hat. Die Schreibtechniken stammen größtenteils aus dem englischsprachigen Raum, weshalb viele SchreibtrainerInnen aus dem Bereich der Anglistik oder Amerikanistik kommen. Ich bin den klassischen Weg über die Germanistik gegangen und habe mich auf Qualitätskontrolle und Qualitätssicherung spezialisiert – da bin ich die Einzige. Der Markt ist demnach wunderbar aufgeteilt“, erklärt Christina.

Betriebswirtschaftliches Knowhow erlangte sie durch ihre Jobs in Unternehmen, jedoch im „learning by doing“ -Modus. Manche Sachverhältnisse sind trotzdem nicht klar, da hilft auch keine absolvierte Unternehmerprüfung: „Für diese Dinge gibt es einen Steuerberater. Alles, was ich nicht selbst erledigen kann – oder will –, wird ausgelagert. So spare ich Energie und Zeit.“
Angehenden GeisteswissenschafterInnen rät sie: „Mut zu haben, das zu tun, was man ursprünglich wirklich tun wollte, denn: Man soll sich seine Wünsche erfüllen.“
Auch wenn es der Wunsch ist, Stifte auf dem Papier tanzen zu lassen.

Nähere Informationen zu Christinas Programm, der Strategie „Auf die Stifte, fertig, los!“ und ihren Workshops findet man unter „Schreiben mit Chribs“.

Text: Birgit Nikzat