Karrierewege in der Kunst – Teil 4

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Vom Jazz zum Online-Marketing

Stefan Kleinberger hat am Privatkonservatorium Prayner in Wien E-Bass studiert, ehe er an die Universität für Musik und darstellende Kunst Graz wechselte um dort mit Kontrabass und IGP sein Studium fortzusetzen. Schon während dieser Zeit wurde ihm bewusst, dass er zwar sehr gerne musiziert, es im Leben aber doch mehr gibt. So war es ihm wichtig einen Schritt „aus der Blase, in der sich Kunstuniversitätsstudierende oft befinden“ hinaus zu tätigen und sich abseits der Musik in mannigfaltigen Jobs zu versuchen und somit seinen Horizont zu erweitern sowie seinen persönlichen Erfahrungsschatz zu bereichern

Stefan Kleinberger

Neben diesem Ausbrechen aus dem gewohnten Umfeld, hat er sich schon während seiner Studienzeit um die Organisation und das Booking seiner Bands gekümmert. Es kam ihm der Gedanke, dass in diesem Bereich ebenso eine seiner Stärken liegt und sich dort viel Entwicklungspotenzial befindet. Im Zuge dieser Entwicklungen kam ihm folgende Erkenntnis: „Das ständige Üben, um auf einem gewissen Niveau zu bleiben ist in der Musik und diesem Business unumgänglich, aber es ist eben nicht alles im Leben.“ Somit entschied er sich, dass er „unbedingt mal raus“ musste. Sein erster Weg führte ihn an ein Schweizer Orchester, wo er ein Praktikum für Marketing und Presse absolvierte.

Hier trat eine weitere seiner Stärken zum Vorschein: seine technische Affinität. Schon bei Aufnahmen im Studio mit seiner Band konnte er seine Begeisterung dafür ausleben und ebendiese Affinität half ihm dabei, sich schnell an die Anforderungen und Herausforderungen des neuen technischen und digitalen Umfeldes anzupassen und neue Aspekte aus seinen Studien einzubringen. Nach diesem Praktikum ging es für ihn als Marketingverantwortlichen an das TAK Theater Liechtenstein und in den Sommermonaten nach Lateinamerika und Asien, wo er vor Ort Organisationen im Tourismusbereich betreute. Nach einem Master im Kulturmanagement und einer Ausbildung im Online-Marketing wurde er als Digital Manager bei den Wiener Symphonikern angestellt, wo er sich um deren Homepage, Online Werbung und die Social Media Kanäle bemüht. Dem nicht genug, macht er berufsbegleitend einen Master in Public Communication an der FH Joanneum in Graz um sich fortzubilden und neue Inputs zu bekommen.

Die Arbeit ist eine Herausforderung, da sie vor allem Überzeugungsarbeit ist: „Viele im Kulturbetrieb sind gegenüber der Online-Vermarktung noch skeptisch. Das liegt mitunter daran, dass sich der Kulturbereich nur langsam bewegt. Die Wirtschaft ist im Gegenteil dazu viel schneller und setzt neue Trends unmittelbarer um.“ Die musikalische Ausbildung hilft ihm im Gespräch mit Personen aus dem Kulturbetrieb. Man kann sich auf einer Ebene austauschen und wird als verständige Person sowohl im künstlerischen, als auch im online-Bereich wahrgenommen. Seiner Ansicht nach wird auch der Wirtschaft immer mehr bewusst, dass es kreative Menschen im Marketing braucht, weswegen auch Kunststudierende mit einer Zusatzausbildung im Marketing oder Management für diese Berufssparte interessant sein können. Wichtig ist jedoch, dass man aus seiner Blase und seinem gewohnten Umfeld ausbricht und mit offenen Augen durch die Welt geht, um die sich bietenden Möglichkeiten zu erkennen und zu nutzen.

Text: Martin Schönbauer/KUG

Ein Kommentar zu „Karrierewege in der Kunst – Teil 4

    Jenny sagte:
    Oktober 11, 2017 um 7:05 pm

    Wow, wenn das mal nicht zeigt, dass jemand neugierig ist und gerne lernt! Auch ich habe angefangen Musik zu studieren und bereue bis heute nicht, dass ich es abgebrochen habe, mehr dazu findent man bei diesem Beitrag: https://geistesfindung.wordpress.com/2016/05/02/warum-ich-mein-abgebrochenes-studium-nicht-bereue/

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