Karrierewege

Karrierewege in der Kunst – Teil 3

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Eine gehörige Portion Eigeninitiative..

..und ein paar harte Jahre. So könnte man Horst Schnattlers Weg zur Selbständigkeit beschreiben. Der Musikologe, Komponist und Multiinstrumentalist (Horst spielt Schlagzeug, Gitarre, Bass, Synthesizer, Perkussion, Klavier, Trompete, Klarinette, Saxophon und Geige) gründete vor drei Jahren das Unternehmen Klangkulisse und arbeitet seither als Sounddesigner am guten Ton von Medienproduzenten als auch von Unternehmen und Museen. Die Idee dazu ist schon länger in ihm gereift: „Ich habe mir überlegt was ich kann und was sich daraus formen lässt und schließlich meine Fähigkeiten zusammengelegt und die Klangkulisse gegründet.“
Auf die Frage, wie die Arbeit eines Sounddesigners aussieht, antwortet Horst: „Sounddesign umfasst alles rund um die kreative Tongestaltung, also Geräusche, Effekte und Musik, und geht Hand in Hand mit der technischen Tongestaltung: Aufnahme, Tonschnitt und Tonmischung. Ein Sounddesigner unterstreicht die Botschaft des Gesamtproduktes und arbeitet am roten Faden der akustischen Aufmerksamkeit.“ Oft kommen Kunden mit Filmmaterial oder Tonaufnahmen zu Horst und möchten, dass er deren Klangqualität optimiert: „Ich kümmere mich darum, dass der Sound passt, alles gut verständlich ist und zum Bild passt.“ Zu den Kunden der Klangkulisse zählen Werbeagenturen, Filmproduktionen, Unternehmen und Museen.

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Horst Schnattler hatte es nach der HAK-Matura nach Graz zum Österreichischen Rundfunk verschlagen und arbeitete dort 7 Jahre als Radioproduzent. Nebenbei arbeitete er als Freelancer in einem Tonstudio und begann zusätzlich noch ein Musikologiestudium an der Kunstuniversität Graz/Karl-Franzens Universität, welches er 2013 abschloss. „Das waren ein paar harte Jahre, vieles habe ich mir zusätzlich im Selbststudium angeeignet, aber jetzt habe ich wieder Freizeit“, lacht Horst. Musikalische Kenntnisse hatte er ja bereits in Klagenfurt am Konservatorium erworben, an der Universität in Graz wollte er nun vor allem sein musikalisches Wissen weiter ausbauen: „Das Studium der Musikologie war mir da am Nächsten, das war etwas, mit dem ich mich identifizieren konnte.“ Rückblickend gesehen war er mit dem Lehrangebot sehr zufrieden, gerade die Pflichtfächer, die ihm anfangs nicht sonderlich attraktiv erschienen, entwickelten sich im Laufe der Zeit zu Lieblingsfächern. Zudem erweiterte das durch das Studium erworbene Wissen über Musikgeschichte und verschiedene Musik-Genres seine Hörerfahrung maßgeblich, ein Umstand der ihm jetzt in seiner Arbeit zugute kommt.
Das wichtigste wusste Horst aber schon selbst: „Man muss wirklich zuhören und schauen was die Leute wollen, so kann man flexibel sein, Probleme erkennen und Lösungen finden – weil wenn man eine Firma gründet, muss man Geld verdienen und man verdient es indem man zuhört, mit den Leuten spricht und schaut, was gebraucht wird.“

Kontakt:
KLANGKULISSE
Horst Schnattler, BA
Tel. +43 676 9015515, E-Mail: post@klangkulisse.at
Mandellstraße 6/5, A-8010 Graz, Österreich

Text: Birgit Nikzat

Karrierewege in der Kunst – Teil 2

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Außerordentliches Engagement….

… beweist Carmen Gaggl – und das wurde nun auch offiziell gewürdigt. Die KUG- Doktorandin erhielt im Dezember vergangenen Jahres den Förderungspreis des Landes Kärnten für Volkskultur. Die gebürtige Klagenfurterin hat sich ganz dem Hackbrett verschrieben und nähert sich diesem von der praktischen wie auch von der theoretischen Seite an. Carmen unterrichtet Hackbrett im Landesmusikschulwerk Kärnten, ist Fachkoordinatorin für Hackbrett, Harfe und Zither sowie Mitglied des internationalen Ensembles für Alte Musik „L ́Arpeggiata“ mit Sitz in Paris (www.arpeggiata.com) und absolviert parallel das Doktorats-Studium am Institut für Ethnomusikologie der Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz. Zu erwähnen sei noch, dass die ausgebildete Kulturmanagerin und Musikkinesiologin immer wieder Vorträge und Seminare hält und 12 Jahre lang Redakteurin der Quartalszeitschrift „lied.ART“ des Kärntner Volksliedwerkes war. Dass dieses außergewöhnliche Engagement bereits des Öfteren ausgezeichnet und gefördert wurde, liegt auf der Hand. Für Carmen selbst war die Verleihung des Förderpreises dennoch eine große Überraschung: „Ich habe es aus der Zeitung beziehungsweise aus dem Glückwunsch-SMS erfahren.“ Die Leidenschaft für das Hackbrett erwachte in ihr schon früh: „Das Hackbrett begleitet mich fast schon mein ganzes Leben lang. Ich bin mit 6 Jahren in eine Musikschule gegangen und hörte dort den Klang dieses Instrumentes. Ich war sofort begeistert und wollte dieses Instrument unbedingt erlernen. Dass das irgendwann einmal mein Beruf werden würde, daran hätte ich damals jedoch nie gedacht.“

Carmen Gaggl, Foto: Helmuth Weichselbraun/Kleine Zeitung
Carmen Gaggl, Foto: Helmuth Weichselbraun/Kleine Zeitung

Carmen möchte auch dazu beitragen, das Image des „Nischeninstrumentes“ ein wenig zu verändern: „Es ist mir wichtig, dieses Instrument zu positionieren und das Vorurteil, man könne darauf ja ’nur‘ Volksmusik spielen, schrittweise abzubauen – sei es durch Unterrichten, durch Konzerttätigkeit oder wissenschaftliche Arbeit.“ Durch die Verleihung des Förderungspreises wurden einerseits Hackbrett-Forscher wie auch aktive Hackbrettspieler auf Carmens Engagement aufmerksam: „Die Hackbrett-Szene ist im deutschsprachigen Raum recht überschaubar und ich denke es bereichert alle, wenn die theoretische und die praktische Seite sich ergänzen.“
In ihrer Dissertation beschäftigt sich Carmen mit den ikonografischen (bildlichen) Quellen des Gesamttypus Hackbrett/Psalterium in der Alpen-Adria-Region zwischen 1320 und 1530. Auch nach dem Doktorat möchte Carmen einen Teil ihrer Zeit der Forschung widmen: „Die Hackbrettforschung steht noch relativ am Anfang und ich möchte unbedingt weitermachen. Es gibt viel interessantes Material zum Aufarbeiten.“ Auf die Frage, wie Carmen all diese Aufgaben bewältigt meint sie: „Das frage ich mich manchmal selbst, man jongliert ständig zwischen mehreren Bereichen. Die Herausforderung an dem Ganzen ist die Organisation, das fordert natürlich. Dafür entscheidet man aber für sich selbst und ist ein Stück weit selbständiger. Ohne Unterstützung und Verständnis auf Seiten der Familie und des Freundeskreises würde es in dieser Form aber nicht umsetzbar sein.“

Text: Birgit Nikzat

Karrierewege in der Kunst – Teil 1

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Jedem sein Kunstwerk zuhause
Luc Döbereiner macht das möglich. Der Komponist und Forscher aus Berlin fand eine neue Art, seine Werke zu präsentieren. Luc studierte am Institut für Sonologie Den Haag und am Institut für Elektronische Musik und Akustik in Graz, wo er auch promovierte. In seiner Arbeit beschäftigt er sich mit kompositorischen Modellen und erforscht das Verhältnis von Klang und Klangbeschreibungen. Im Lauf seiner Karriere hat er bereits einige Stipendien und Auszeichnungen erhalten, unter anderem eine Förderung vom Wissenstransferzentrum Süd (WTZ Süd). Ziel dieser Förderung war es, die abgeschlossene Dissertation in eine populärwissenschaftliche Publikation zu überarbeiten. Luc entwickelte daraufhin Compression, eine Klanginstallation für Web-Browser, die die akustischen Gegebenheiten des Aufenthaltsortes der HörerInnen miteinbezieht. Luc hatte sich schon vor Erhalt der Förderung mit dem Gedanken auseinandergesetzt, seine Arbeit auf neue Art und Weise zu repräsentieren: „Ich finde es gut, die Arbeit einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, obwohl das bei künstlerischer Forschung dann nochmals speziell schwierig ist, weil das Wissen ja sowieso – wenn man von Wissen sprechen kann – in den Arbeiten selbst verkörpert ist, oder in der künstlerischen Praxis. Ich habe mir gedacht, ich könnte, basierend auf den Klanginstallationen die Teil meiner Dissertation waren, eine Arbeit machen, die man sich online anschauen kann – man hat dann praktisch ein kleines Kunstwerk bei sich zuhause.“ Seine Arbeit wurde im Artistic Research Catalogue veröffentlicht und ist frei zugänglich. Diese Onlineplattform dient als soziales Netzwerk und Archiv künstlerischer Forschungsergebnisse und findet auch über den akademischen Rahmen hinaus große Resonanz.

Luc Döbereiner
Luc Döbereiner

Obwohl in Österreich die Kultur- und Kunstförderung vergleichsweise gut funktioniert, ist es wichtig, sich sein eigenes Netzwerk aufzubauen. Beispielsweise stellte Luc seine Arbeit auch in einer Facebook-Gruppe vor und erreichte damit ein neues Publikum, wenn auch eines, das im Musik- bzw. Kunstumfeld anzusiedeln ist.

Generell trägt die Veröffentlichung der eigenen Werke und Forschungen zu einem besseren Verständnis auf Publikumsseite bei, denn „dass die Leute nicht verstehen was ich mache, das geht mir schon relativ häufig so.“ Beispielsweise bekommt er des Öfteren die Frage gestellt, welches Instrument er denn im Hauptfach studiert habe.

In der nächsten Zeit arbeitet Luc am Deutschen Studienzentrum in Venedig, danach wird er einige Zeit mit einem Erwin Schrödinger-Stipendium in England forschen, bevor er schließlich zurück nach Graz kommt.

Wer jetzt neugierig geworden ist, der folge dem Link zu „Compression“ und zu Luc Döbereiners Homepage:
https://www.researchcatalogue.net/view/210906/210907
http://www.doebereiner.org

Text: Birgit Nikzat

Karrierewege von GeisteswissenschafterInnen – Vol. 1

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Mag. Claudia Körbler, MA

Absolventin der Translationswissenschaften in den Sprachen Englisch/Spanisch/Deutsch an der Universität Graz

Zwei Jahre als Au-Pair in San Francisco, ein 7-monatiger Studienaufenthalt in Castellón de la Plana und ein Praktikum an der Österreichischen Botschaft in Washington, D.C.: Dass sich ihre Karriere auf internationalem Parkettt bewegen würde, war für Claudia Körbler schon in frühen Jahren klar. Wie sich ihr Weg hin zu ihrer derzeitigen Tätigkeit bei der Weltbank entwickelt hat und wie ihre Pläne als neue Leiterin des alumni UNI graz Chapter WASHINGTON, D.C. aussehen, verrät die gebürtige Burgenländerin im „Alumna des Monats“-Interview.