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Buchvorstellung – Monster zähmen

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Der Wirtschaftsgeist-Blog hat sich mit der Neuerscheinung „Monster zähmen“ der Autorin Ulrike Schneeberg auseinandergesetzt, welche sich dem Spannungsfeld Geisteswissenschaftler_innen/Orientierung/Beruf/Leben widmet und möchte den interessierten Leser_innen einen kleinen Einblick in das Buch geben.

Der Übergang vom Studium in die Berufswelt kann für Absolvent_innen geisteswissenschaftlicher Studien ein langwieriger und auch frustrierender Schritt sein. Absagen und mangelndes oder kein Feedback zur Bewerbung sind nicht selten ein Grund in dieser Übergangsphase an sich und seinen Fähigkeiten zu zweifeln. Der Untertitel „Ein Übungs- und Unterhaltungsbuch für Geisteswissenschaftler*innen auf Jobsuche“ macht bereits deutlich, worum es sich bei diesem kürzlich erschienen Buch handelt. „Monster zähmen“ bezieht sich auf Ulrike Schneebergs Dissertation über Monster in Bilderbüchern, welche im Zuge einer Auseinandersetzung oder genaueren Betrachtung gezähmt, oder zu Freunden werden können. Schneeberg studierte Sprachen und Literatur in Cambridge, Montreal sowie Berlin.
Die Autorin erzählt nicht nur von ihrer Suche nach dem richtigen Job, sondern berichtet auch gleichzeitig in Ausschnitten von 25 anderen Absolvent_innen der Geisteswissenschaften, die nach Abschluss ihrer Studien entweder in gänzlich anderen Berufen gelandet sind oder nach längerem Suchen ihre „Berufung“ – im Sinne einer erfüllenden Tätigkeit – gefunden haben.
In zwölf Kapiteln widmet sich Ulrike Schneeberg verschiedenen Aspekten, die alle Arbeitssuchenden sowie auch Arbeitnehmer_innen an einem Punkt in ihrem Leben eventuell beschäftigen werden. Beispielsweise die Suche nach Orientierung, das Treffen von Entscheidungen, die Notwendigkeit von Netzwerken oder wie man Kinder und Arbeit unter einen Hut bringt. Dabei erzählt sie in Episoden von sich selbst, schildert ihre Gedankengänge und Fragen, die sie sich im Laufe der Zeit zwischen Promotion und Arbeit gestellt hat und ergänzt ihre Sichtweisen mit jenen der 25 anderen Geisteswissenschaftler_innen, welche sie für dieses Buch interviewt hat. Das Spektrum an Studien umfasst beispielsweise Skandinavistik, Ethnologie, vergleichende Literaturwissenschaft, Philosophie, Archäologie und die Interviewten sind zwischen 27 und 48 Jahre alt. Sie arbeiten als Slam Poet, Tangolehrer, Sales- und Projektmanagerin, Sekretärin, Inhaberin eines Buchladens oder freiberufliche Journalistin – um ein paar Beispiele anzuführen.
Neben diesem „Unterhaltungsteil“ bietet das Buch auch Übungen, die in jedem Kapitel (dem jeweiligen Schwerpunkt entsprechend) gemacht werden können. Andere Übungen sollen einem selbst seine eigenen Ansichten und auch Verhaltensweisen bewusst machen und dazu anregen, sie vielleicht neu zu evaluieren und ein etwaiges „Monster zu zähmen“. Das Buch verspricht keine Lösung für alle Probleme und ist auch nicht darauf ausgelegt für alle Probleme Lösungen zu finden. Aber es versucht mit dem kritischen Denken von Absolvent_innen der Geisteswissenschaften zu spielen und dieses Denken im Übergangsprozess als hilfreiches Werkzeug zu verwenden, nicht als jene selbstzerstörerische Kraft, die sie manchmal gegenüber einem selbst sein kann.
Manche dieser Übungen mögen etwas banal erscheinen, wie beispielsweise jene Übung, sich seine eigene Orientierungslosigkeit zu vergegenwärtigen und die damit verbundenen Gedanken und Gefühle als Teil seines Selbst „mit Wohlwollen und Freundlichkeit“ zu akzeptieren. Andere Übungen zielen schlicht auf eine Beschäftigung ab, die einem das Gefühl vermitteln sollen, etwas zu unternehmen: Beispielsweise ein Profil auf einem virtuellen Netzwerk wie Xing oder LinkedIn zu erstellen und dort jemanden, der einen selbst definierten Wunschjob ausübt, mit einer „interessanten Frage“ zu kontaktieren. Wieder andere Übungen sind hilfreich, sich seiner eigenen Wünsche und Werte für Leben und Beruf bewusst zu werden, wie beispielsweise sich mit einer Vertrauensperson der Frage „Was macht dein Leben sinnvoll?“ zu stellen und diese monologisierend zu erörtern.

In seiner Gesamtheit regt dieses Buch zum Denken und ausprobieren an. Vor allem die leicht jovial wirkende Sprache, die Offenheit mit welcher die Autorin Themengebiete anspricht und behandelt, machen es zu einem recht kurzweiligen Werk. Für Suchende, denen der Bewerbungsprozess nur Frustration zu bieten hat, oder Absolvent_innen die sich ihrer Entscheidungen nicht sicher sind in ihrer beruflichen Orientierung noch nach passenden Hilfestellungen suchen ist dieses Buch eine geeignete Stütze.

© Marta Press
© Marta Press

Monster zähmen“ von Ulrike Schneeberg
erschienen im Marta Press Verlag (Hamburg), Mai 2017;
Preis: 26€; ISBN: 978-3-944442-66-2

Text: Martin Schönbauer/KUG

Neue Publikation des WTZ Süd: Entscheidungen am Lebensende

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Im Rahmen des WTZ Süd wurde im Oktober 2014 das „Transdisziplinäre Forschungs- und Kompetenznetzwerk Lebensende“ gestartet. Gerade die vielschichtigen Fragestellungen zum Thema Lebensende lassen sich nicht mit einem monodisziplinären Zugang adäquat erfassen. Sie betreffen neben den medizinischen Fächern eine Reihe weiterer Disziplinen, wie etwa Rechts- und Sozialwissenschaften, Psychologie, aber auch theologische und philosophische Ethik. Deshalb sind transdisziplinäre Kooperationen und Wissenstransfer erforderlich, um der Komplexität der Situationen am Lebensende gerecht zu werden.
Aus dieser Kooperation ist die Publikation Entscheidungen am Lebensende entstanden, die sich mit den wachsenden ethischen und gesellschaftspolitischen Herausforderungen zur Gestaltung der letzten Lebensphase befasst. Diese werden vor dem Hintergrund unterschiedlicher gesetzlicher Regelung zur „Sterbehilfe“ und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen im europäischen Kontext sowohl aus ethischer als auch empirischer Perspektive analysiert und erläutert.

Lebensende

ExpertInnen aus Medizinethik, Palliativmedizin, Theologie, Sozial- und Pflegewissenschaften widmen sich in den Beiträgen unter anderem folgenden Fragestellungen: Von welchen Faktoren und Prinzipien wird die ethische Debatte zu dieser Thematik geleitet? Worin liegen Grenzen und Möglichkeiten der Palliativmedizin? Was bedeutet vor diesem Hintergrund „selbstbestimmtes Sterben“? …
Des Weiteren wird auf Projekte über Lebensqualität im Alter, klinische Ethikberatungsmodelle sowie aktuelle Institutionalisierungsprozesse von Lebensende-Entscheidungen Bezug genommen. Abschließend werden internationale Trends und empirische Studien über die Akzeptanz von „Tötung auf Verlangen“ und „assistierten Suizid“ beleuchtet sowie dahinter liegende Einflussfaktoren analysiert.
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GEWI Wissenstransfer im Netz

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Dialect Cultures. Datenbank bairisch-österreichischer Mundartkunst vor 1800

Die Datenbank GAMS ist ein erfolgreiches Beispiel für Wissenstransfer im Bereich der Geisteswissenschaften. Sie macht Dialektkunst als ‚work in progress‘ für eine breite Öffentlichkeit zugänglich.

Die Literarisierung von Mundart erlebte bereits vor 1800 eine erste Blüte und es entstand eine Fülle an inhaltlich, formal und funktional unterschiedlichen Texten. Das Projekt Dialect Cultures erschließt und führt bestehende Forschungsergebnisse und historische Quellen zusammen. Materialgrundlage bildet eine umfassende Sammlung von historischen literarischen Texten und Notenmaterialien aus handschriftlichen oder gedruckten Quellen. Dieses Korpus liegt nun gebündelt, strukturiert und vernetzt vor und soll für ein breites Publikum nutzbar sein.

Teammitglieder Dialect Cultures:
Priv.-Doz. Mag. Dr. Christian Neuhuber
Elisabeth Zehetner, Bakk. BA, MA
Mag. Stefanie Edler
Katharina Forstner, BA
Mag. Dr. Peter Deinhammer
Dipl.-Ing. Alexander Nussbaumer

Forschungsergebnisse und eine Auswahl an Dialektkunst sind im Band Bairisch-österreichischer Dialekt in Literatur und Musik 1650–1900 enthalten, der im Grazer Universitätsverlag erschienen ist:
csm_Bairisch-oesterreichischer_Dialekt_f0ec460ef2