Herausforderung: Wissenstransfer in den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften

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Während bei den Technischen Wissenschaften und den Wirtschaftswissenschaften Patente, Erfindungen und Unternehmensausgründungen als klassische Ergebnisse von Wissenstransfer gelten, ist die Definition für die Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften schwieriger. Das Wissenstransferzentrum Süd hat daher ein Projekt ins Leben gerufen, das sich darum bemüht, den Wissenstransfer in diesen Fächern genauer zu spezifizieren. Das Projekt ist am Institut für Philosophie an der Alpen-Adria-Universität angesiedelt. Projektleiterin ist Alice Pechriggl, wissenschaftliche Projektmitarbeiter sind Daniel Wutti und Markus Hayden.

18 Interviews hat Daniel Wutti mit Forscherinnen und Forschern der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften geführt, um einer Definition von Wissenstransfer in diesen Fächern nachzuspüren. Gleichzeitig ging es ihm auch darum zu eruieren, warum die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sich um Wissenstransfer bemühen, welche Erfolge sie dabei verzeichnen und welche Hemmnisse sie erleben. Die Definition lässt sich laut ihm wie folgt zusammenfassen: „Wissenstransfer in den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften ist Vermittlung von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die Öffentlichkeit bzw. die Praxis und auch wieder zurück, unter Anderem zum Zwecke der Bewusstseinsherstellung.“ Zu betonen sei dabei, dass Wissenstransfer in diesen Fächern keine primär ökonomische Zielsetzung habe und sich vom Begriff des Wissenstransfers in technischen oder wirtschaftlichen Bereichen sowie ebenso vom Transfer von Wissen innerhalb der Scientific Community abgrenze.

Wutti führt weiter aus: „Ein bedeutender Teilbereich betrifft die Wissenschaftskommunikation, etwa die Kooperation mit Medien.“ Als Beispiele für ihre Arbeit in Sachen Wissenstransfer nannten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die „Lange Nacht der Forschung“, die „UNI für Kinder“, aber auch andere Veranstaltungsformate, die an die Öffentlichkeit gerichtet sind. Viele Forscherinnen und Forscher seien demnach im engen Kontakt mit Medien und würden eigene Aktivitäten setzen. Ein wichtiger Teilbereich sei die so genannte „Science-to-Professionals“-Arbeit: Wissenschaftliche Erkenntnisse werden direkt an die betroffene Berufsgruppe vermittelt, oft wird sogar in enger Partnerschaft mit den ProfessionalistInnen geforscht. Beispielsweise ist dies bei der Didaktikforschung der Fall, wenn Wissenstransfer an Lehrerinnen und Lehrer stattfindet. „Auch die universitäre Lehre verstehen viele als Wissenstransfer, werden doch oft alltagsrelevante bzw. gesellschaftlich relevante Themen in der Lehre behandelt oder Lehrveranstaltungen mit konkretem Praxisbezug angeboten“, so Wutti.

Viele Geistes-, Sozial- und KulturwissenschaftlerInnen, so zeigen die Ergebnisse von Wutti und Hayden, würden diese Arbeit im Bereich des Wissenstransfers als persönliche Pflicht begreifen, da es gelte, die Gesellschaft über die Forschungsarbeit zu informieren und auch zur Verbesserung gesellschaftlicher Verhältnisse beizutragen. Die Ansprache eines über die Scientific Community hinaus erweiterten Publikums erleben viele als lohnend, aber auch die Erlangung von Reputation, die Aufbesserung des eigenen Lebenslaufs oder finanzielle Interessen könnten hinter dem Engagement in Sachen Wissenstransfer stehen.

Wutti und Hayden wollen im zweiten Projektjahr nun verstärkt an Visionen und Vorschlägen arbeiten, wie Wissenstransfer zu größerer Würdigung, Wahrnehmung und Unterstützung kommen könnte. „Es geht darum, Wissenstransfer in den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften sicht- und darstellbar zu machen.“ Dabei müsse über die Grenzen von klassischer „Wissenschaftskommunikation“ hinaus gedacht werden. Wissenstransfer könnte demnach beispielsweise auch bei klassischen Science-to-Science-Projekten mitgedacht und in der Folge auch gewürdigt werden.

Quelle: https://www.aau.at/blog/wissen-in-die-gesellschaft-transferieren-die-aau-im-wissenstransferzentrum-sued/

ZUKUNFTSWERKSTATT

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Aufführungen, Workshops, Coachings, Vorträge, Diskussionen

Bekannte und inspirierende Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Ländern Europas sind zu Gast an der Kunstuniversität Graz und machen die innovative Vielfalt der Musikvermittlung erlebbar.

Es werden Vorträge, Diskussionen, Workshops und Coaching angeboten, umrahmt von zwei Veranstaltungen im György-Ligeti-Saal: Am 8. März präsentiert das Quartett PLUS eins ein Programm von Stefan Wurz bis Michael Jackson unter dem Titel „American Jesus Suite“- anschließend Künstlergespräch. Und am 10. März zeigen Studierende der Kunstuniversität Graz im Abschlusskonzert ihre neuen Fähigkeiten und Erkenntnisse zur Vermittlung in einem moderierten Konzert.

Die vielfältigen Themen der ZUKUNFTSWERKSTATT umfassen u. a. „Cultural Entrepreneurship“, „Kunstvermittlung als Mission eines Konzerthauses“ und „New Audiences and Innovative Practice“.

WANN & WO?
08. – 10. März 2016
MUMUTH, Lichtenfelsgasse 14, A-8010 Graz

WEITERE INFORMATIONEN

https://www.kug.ac.at/news-veranstaltungen/news/kug-aktuell/details/article/z-u-k-u-n-f-t-s-w-e-r-k-s-t-a-t-t.html

Karriere.Praxis

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Personalverantwortliche der Medienbranche stehen Rede und Antwort
Erfahren Sie aus erster Hand, worauf es beim Berufseinstieg in der Medienbranche ankommt, welche Kompetenzen gefragt sind und was Sie im Rahmen des Auswahlprozesses erwartet.

Inhalte:
• Worauf wird bei Bewerbungen besonders geachtet?
• Welche Auswahlverfahren werden eingesetzt?
• Welche Qualifikationen sind mitzubringen?
• und vieles mehr…

Im Anschluss an die Veranstaltung gibt es die Möglichkeit, mit den Podiumsgästen direkt ins Gespräch zu kommen. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Details zu den Podiumsgästen folgen in Kürze.

Credit: Shutterstock
Credit: Shutterstock

WANN & WO
Dienstag, 07.06.2016, von 18.00 – 19.30 Uhr im Mehrzwecksaal Universitätszentrum Wall, Merangasse 70, A-8010 Graz

WEITERE INFORMATIONEN
Details und Anmeldung: https://careercenter.uni-graz.at/de/bewerberinnen/veranstaltungen/?esraSoftIdva=192038

Karrierewege in der Kunst – Teil 1

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Jedem sein Kunstwerk zuhause
Luc Döbereiner macht das möglich. Der Komponist und Forscher aus Berlin fand eine neue Art, seine Werke zu präsentieren. Luc studierte am Institut für Sonologie Den Haag und am Institut für Elektronische Musik und Akustik in Graz, wo er auch promovierte. In seiner Arbeit beschäftigt er sich mit kompositorischen Modellen und erforscht das Verhältnis von Klang und Klangbeschreibungen. Im Lauf seiner Karriere hat er bereits einige Stipendien und Auszeichnungen erhalten, unter anderem eine Förderung vom Wissenstransferzentrum Süd (WTZ Süd). Ziel dieser Förderung war es, die abgeschlossene Dissertation in eine populärwissenschaftliche Publikation zu überarbeiten. Luc entwickelte daraufhin Compression, eine Klanginstallation für Web-Browser, die die akustischen Gegebenheiten des Aufenthaltsortes der HörerInnen miteinbezieht. Luc hatte sich schon vor Erhalt der Förderung mit dem Gedanken auseinandergesetzt, seine Arbeit auf neue Art und Weise zu repräsentieren: „Ich finde es gut, die Arbeit einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, obwohl das bei künstlerischer Forschung dann nochmals speziell schwierig ist, weil das Wissen ja sowieso – wenn man von Wissen sprechen kann – in den Arbeiten selbst verkörpert ist, oder in der künstlerischen Praxis. Ich habe mir gedacht, ich könnte, basierend auf den Klanginstallationen die Teil meiner Dissertation waren, eine Arbeit machen, die man sich online anschauen kann – man hat dann praktisch ein kleines Kunstwerk bei sich zuhause.“ Seine Arbeit wurde im Artistic Research Catalogue veröffentlicht und ist frei zugänglich. Diese Onlineplattform dient als soziales Netzwerk und Archiv künstlerischer Forschungsergebnisse und findet auch über den akademischen Rahmen hinaus große Resonanz.

Luc Döbereiner
Luc Döbereiner

Obwohl in Österreich die Kultur- und Kunstförderung vergleichsweise gut funktioniert, ist es wichtig, sich sein eigenes Netzwerk aufzubauen. Beispielsweise stellte Luc seine Arbeit auch in einer Facebook-Gruppe vor und erreichte damit ein neues Publikum, wenn auch eines, das im Musik- bzw. Kunstumfeld anzusiedeln ist.

Generell trägt die Veröffentlichung der eigenen Werke und Forschungen zu einem besseren Verständnis auf Publikumsseite bei, denn „dass die Leute nicht verstehen was ich mache, das geht mir schon relativ häufig so.“ Beispielsweise bekommt er des Öfteren die Frage gestellt, welches Instrument er denn im Hauptfach studiert habe.

In der nächsten Zeit arbeitet Luc am Deutschen Studienzentrum in Venedig, danach wird er einige Zeit mit einem Erwin Schrödinger-Stipendium in England forschen, bevor er schließlich zurück nach Graz kommt.

Wer jetzt neugierig geworden ist, der folge dem Link zu „Compression“ und zu Luc Döbereiners Homepage:
https://www.researchcatalogue.net/view/210906/210907
http://www.doebereiner.org

Text: Birgit Nikzat

Perspektive Anglistik/Amerikanistik

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Das erfolgreiche Berufsleben von AbsolventInnen nach der Studienzeit
Im Rahmen der Veranstaltung „Perspektive Anglistik/Amerikanistik“ erzählen erfahrene AbsolventInnen von ihrer täglichen Arbeit, der beruflichen Laufbahn und ihren Erfahrungen rund um das Studium. Sie vermitteln somit einen umfassenden Überblick über die Perspektiven nach Studienabschluss.

• Wie gelingt der berufliche Einstieg nach der Universität?
• Welche Erfahrungen machen AbsolventInnen meiner Studienrichtung?
• Und welche Fähigkeiten sind im Berufsalltag besonders gefordert?

Antworten auf diese Fragen – und viele weitere spannende Themen – werden bei „Perspektive Anglistik/Amerikanistik“ präsentiert und diskutiert.

Die Bekanntgabe der Podiumsgäste folgt.
Moderation: Ao.Univ.-Prof. Dr. Klaus Rieser
Die Teilnahme ist kostenfrei.

Credit: Shutterstock
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WANN & WO
Dienstag, 26.04.2016, von 17.30 – 19.00 Uhr im HS 06.02, Universitätsplatz 6, EG, 8010 Graz

WEITERE INFORMATIONEN
Beschreibung: https://careercenter.uni-graz.at/de/bewerberinnen/veranstaltungen/?esraSoftIdva=192142

Eine Initiative von alumni UNI graz, Sektion Alumni English & American Studies sowie Uni Career Center.

GEWI Wissenstransfer im Netz

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Dialect Cultures. Datenbank bairisch-österreichischer Mundartkunst vor 1800

Die Datenbank GAMS ist ein erfolgreiches Beispiel für Wissenstransfer im Bereich der Geisteswissenschaften. Sie macht Dialektkunst als ‚work in progress‘ für eine breite Öffentlichkeit zugänglich.

Die Literarisierung von Mundart erlebte bereits vor 1800 eine erste Blüte und es entstand eine Fülle an inhaltlich, formal und funktional unterschiedlichen Texten. Das Projekt Dialect Cultures erschließt und führt bestehende Forschungsergebnisse und historische Quellen zusammen. Materialgrundlage bildet eine umfassende Sammlung von historischen literarischen Texten und Notenmaterialien aus handschriftlichen oder gedruckten Quellen. Dieses Korpus liegt nun gebündelt, strukturiert und vernetzt vor und soll für ein breites Publikum nutzbar sein.

Teammitglieder Dialect Cultures:
Priv.-Doz. Mag. Dr. Christian Neuhuber
Elisabeth Zehetner, Bakk. BA, MA
Mag. Stefanie Edler
Katharina Forstner, BA
Mag. Dr. Peter Deinhammer
Dipl.-Ing. Alexander Nussbaumer

Forschungsergebnisse und eine Auswahl an Dialektkunst sind im Band Bairisch-österreichischer Dialekt in Literatur und Musik 1650–1900 enthalten, der im Grazer Universitätsverlag erschienen ist:
csm_Bairisch-oesterreichischer_Dialekt_f0ec460ef2

Bildung – Ausbildung – Weiterbildung

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Zusatzqualifikationen im Rahmen des Studiums erwerben

Geisteswissenschaftliche Studien vermitteln Kompetenzen und Arbeitstechniken, die über die eigenen Fachgrenzen hinausgehen, das ist weitgehend bekannt. Diese Kenntnisse helfen Absolvent/innen dieser Studienrichtungen dabei, sich rasch in unterschiedliche Bereiche einzuarbeiten und so zu einer vielseitigen Bereicherung in Teams zu werden.

Credit: Helder Almeida/Fotolia
Credit: Helder Almeida/Fotolia

Will man in einer Branche Fuß fassen, ist es von Vorteil, wenn man zudem spezifische Qualifikationen nachweisen kann. So bietet es sich gerade für Geisteswissenschaftler/innen an, im Rahmen der frei wählbaren Lehrveranstaltung innerhalb des Studiums Zusatzqualifikationen zu erwerben. Derzeit kann man aus 13 verschiedenen Programmen wählen. Diese umfassen durchschnittlich 25 ECTS und werden mit einem offiziellen Zertifikat der Karl-Franzens-Universität Graz abgeschlossen.

Das Angebot reicht vom Erwerb von Methoden und Techniken der informationstechnologischen Verarbeitung wissenschaftlicher Quellen und Daten (Informationsmodellierung) bis zu betriebswirtschaftlichen Kenntnissen oder Einführungen in das Verlagswesen (Kulturmanagement). Man kann sich mit Fragen des IT-Rechts und digitaler Wissensrepräsentation befassen (Digitale Wissenschaften), sich praktisch mit Radio, Film oder Printmedien auseinandersetzen (Medienwissenschaft) oder eine der sechs angebotenen Sprachen lernen, was bekanntlich nicht nur die Tür zum Job, sondern die zur Welt öffnet.

Alle Infos für Interessierte finden sich unter: gewi.uni-graz.at/de/zusatzqualifikation

Credit: © Artwork: Roman Klug
Credit: Roman Klug