Karl-Franzens-Universität Graz

Karrierewege von GeisteswissenschaftlerInnen – Vol. 18

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Von der Musikologie ins Radio. Daniela Oberdorfer im Gespräch.

Daniela Oberndorfer ist Musikologin und absolviert in diesem Jahr ihr Masterstudium „Interdisziplinäre Geschlechterstudien“. Nach Absolvierung der Matura wollte sie eigentlich in Wien „Musiktherapie“ studieren, scheiterte aber an der Aufnahmeprüfung. Das Studium Musikologie war ihre Notfalllösung. „Es war klar, dass ich studieren will, aber ich musste mich nach der Absage kurzfristig nach einem anderen Studium umschauen. Ich habe beim Recherchieren im Internet die Studienrichtung Musikwissenschaft bzw. Musikologie entdeckt. Um ehrlich zu sein wusste ich nicht wirklich, was da auf mich zukommen wird. Aber die Vorstellung mich mit Pop, Jazz und Musikpsychologie zu beschäftigen, gefiel mir“, erzählt Daniela. Und so begann sie im Jahr 2006 an der Karl-Franzens-Universität und der Kunstuniversität Graz zu studieren. Den Rest des Beitrags lesen »

Nachlese: Wirtschaftsgeist Workshop am 25. Mai 2018 – RE:INNOVATE your business. Wie gelingt die generationsbedingte Unternehmensnachfolge.

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Am 25. Mai ging der fünfte Wirtschaftsgeist Workshop über die Bühne, diesmal mit zwei Traditionsunternehmen aus Graz-Umgebung. Gemeinsam mit der Jungen Wirtschaft als Kooperationspartner wurde das gesellschaftlich hochaktuelle Thema der generationsbedingten Unternehmensnachfolge als Themenschwerpunkt gewählt und engagiert in den interdisziplinären Arbeitsgruppen diskutiert. Den Rest des Beitrags lesen »

Karrierewege von GeisteswissenschaftlerInnen – Vol. 16

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Von Vorbildern lernen

Laut Christian Ehetreiber leben wir in einer vorbildlosen Zeit. Dabei ist das Festhalten an Vorbildern längst nicht so altmodisch wie es vielleicht klingt, denn Lernen vom erfolgreichen Modell ist Gold wert, so der Germanist und Pädagoge. Christian Ehetreiber studierte Germanistik sowie Philosophie, Pädagogik und Psychologie für Lehramt. Als er 1982 nach Graz fuhr, um sich an der Karl-Franzens-Universität zu inskribieren, war klar, dass es Germanistik sein sollte: „Mein großer Lehrmeister war Dr. Robert Hinteregger, mein Klassenvorstand am Gymnasium und späterer Landesschulinspektor. Sein Unterricht war so legendär lässig, dass ich bereits damals gewusst habe, dass ich Germanistik studieren möchte. Für das zweite Fach, zunächst Sport, habe ich mich sehr kurzfristig entschieden – zehn Minuten vor der Inskription“, lacht Ehetreiber. Nach vier Semestern Sportwissenschaften wechselte er dann jedoch zu Philosophie, Pädagogik und Psychologie. „Das passte schließlich besser, dort konnte man die humboldtsche Freiheit der Universität noch spüren“, schmunzelt der Germanist.

Fotocredit: ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus
Fotocredit: ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus

Obwohl die Aussichten auf eine Stelle als Lehrer schlecht waren, entschied sich Ehetreiber für das Lehramtsstudium. „Das war eine stählerne, rostige Zeit für LehramtsabsolventInnen. Bereits Ende der 70er Jahre war bekannt, dass eine Lehrerschwemme kommen wird. Dementsprechend haben alle davon abgeraten, Lehramt zu studieren. Ich war mir aber sicher, dass ich nicht warten werde, sondern dass sich etwas für mich ergeben werde“, erinnert sich Ehetreiber. Warum er sich überhaupt für den Beruf Lehrer entschied, kann der Pädagoge schnell beantworten: „Das war bei mir klassisch – ich dachte, ich kann das sicher besser als einige meiner Lehrer. Ich wollte einen humanistischen Unterricht, ohne jemanden zu tyrannisieren. In meiner Schulzeit gab es ja noch eine Kommando- und Herrschaftssprache á la ‚Maierhofer, was ist mit du‘. Das wollte ich ändern. Außerdem gefällt es mir, anderen etwas beizubringen.“
Nach seinem Studienabschluss im Jahr 1991 bekam er zwar keine Stelle als Lehrer, wurde aber von seiner ehemaligen Studienkollegin Reis-Klingspiegl gefragt, ob er nicht das Gesundheits- und Präventionsprojekt „Gesunde Volksschule“ leiten möchte. Ehetreiber sagte zu und war ein Jahr lang dafür zuständig, Kindern eine erweiterte schulärztliche und orthopädische Untersuchung, ein gesunde Jause sowie eine Kariesprophylaxe zukommen zu lassen. Zeitgleich arbeitete er ehrenamtlich am Franz-Nabl-Institut für Literaturforschung. Ehetreiber hatte eine Einladung zur Mitarbeit für die Einreichung des FWF-Projekts „Die internationale Rezeption der Grazer Gruppe“ erhalten. „Das war genau das meine“, erzählt Ehetreiber, „ich habe gemerkt, dass meine ganze Energie dorthin fließt. Als das Projekt angenommen wurde, bin ich sofort eingestiegen. Zwei Jahre lang habe ich dort mit großer Freude gearbeitet, der Verlängerungsantrag wurde aber leider abgelehnt.“

Wenig später kontaktierte ihn die damalige Vorstandsvorsitzende von ISOP, Ingrid Kohlberger, und machte ihm ein Jobangebot. „Ja, das war interessant“, erinnert sich Ehetreiber, „ich hatte damals, als junger Unterrichtspraktikumsvertreter, den Landesschulratspräsidenten Bernd Schilcher recht kritisch befragt und Frau Kohlberger, die auch anwesend war, dachte sich anscheinend, dass sie so einen wie mich in der ISOP gut brauchen könnten.“ Ehetreiber nahm das Angebot folglich an und war von 1993 bis 1998 Bildungsreferent in der ISOP. Sein Tätigkeitsbereich umfasste die interne Schulung von KollegInnen, die Ausrichtung der Bildungsreihe im Bereich des interkulturellen Lernens, interkulturelle Pädagogik sowie Anti-Rassismus-Forschung. Zusätzlich betreute er die, wie es seinerzeit hieß, Ausländerberatungsstelle Mürzzuschlag. Zwar kam inzwischen wieder ein Angebot vom Franz-Nabl-Institut für Literaturforschung, doch Ehetreiber lehnte ab: „Der Fortsetzungsantrag des FWF-Projektes wurde schließlich doch angenommen, aber ich habe mich trotzdem für die ISOP entschieden. Inzwischen war nämlich meine erste Tochter geboren worden – da wollte ich finanziell abgesichert sein“, resümiert Ehetreiber.

Neben seiner Haupttätigkeit wurde er immer wieder um Beratungen in Zusammenhang mit Projektmanagement und Marketing gefragt, weswegen er sich 1997 zusätzlich noch den Gewerbeschein holte. Seitdem ist er selbständiger Berater für Marketing und Projektmanagement, wobei er sich mittlerweile auf ausgewählte Stammkunden konzentriert. Bereits ein Jahr später, 1998, erhielt Ehetreiber das nächste Jobangebot: „Peter Scheibengraf, der vormalige Geschäftsführer der ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus, fragte mich, ob ich nicht die Geschäftsführung übernehmen wolle. Als ISOP Bildungsreferent hatte ich schon damals gemeinsam mit der ARGE Jugend Projekte durchgeführt. Ich sagte zu, und wir begannen, die Übergabe vorzubereiten. Im Jänner 1999 habe ich dann offiziell die Geschäftsführung übernommen“, so Ehetreiber und fügt hinzu: „Die ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus ist eine überparteiliche Fachstelle für Gewaltprävention, Menschenrechtsbildung und Antidiskriminierungsarbeit und bietet unter anderem Beratung und Workshops zu den Themen der Menschenrechtsbildung, Demokratiebildung, Gewaltprävention, Förderung von soziokultureller Vielfalt, und vieles mehr.“ Bereits seit der Gründung der ARGE Jugend wird zudem besonderer Augenmerk auf die zeitgeschichtliche Erinnerungs- und Gedenkarbeit gelegt. Bei mehr als 30 verschiedenen Gedenkvorhaben in der Steiermark hat die ARGE Jugend in verschiedenen Rollen mitgewirkt, bis hin zu Buchpublikationen zu diesem Thema.

Und was sagt Ehetreiber zur Perspektivenlosigkeit vieler GEWI-Absolventen? „Ich denke, die meisten GEWI-AbsolventInnen scheitern nicht an der Fachlichkeit, sondern am mentalen Mindset. In den Beratungen die ich durchführe, höre ich immer wieder den Satz ‚Ich kann ja nichts‘. Woher kommt das? Im Studium wird oft von Anfang an vermittelt – und das werfe ich der GEWI vor – dass man als GEWI-Absolvent nicht gefragt sei, dass man das Erlernte nicht verwerten könne, dass diese Studien ja nur etwas Schöngeistiges für den Elfenbeinturm wären etc. Das sickert dann in diese mentalen Modelle ein und verdichtet sich zu ganz festen Glaubenssätzen. Ich kenne aber viele GEWIs, die etwas aus ihrem Studium gemacht haben. Aber das hat auch oft mit einem Selbstorganisationsvermögen und der Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen, zu tun. Arbeit bekommt man mit Einsatz, Engagement und mit Aufzeigen. Ich möchte aber jedem auf den Weg geben, dass er sein Studium, egal welche Richtung, mit äußerstem Einsatz führt. Und damit meine ich nicht in Mindeststudiendauer, sondern dass die Studierenden die Fächer, die sie mögen, mit einem hohen Impetus absolvieren. Auch sollten sich GEWI-Studierende nicht von den Begriffen Vermarktung und Marketing abschrecken lassen. Jede Chance sollte genutzt werden, auch im erweiterten Umfeld, um sie als großes Lern- und Erfahrungsbiotop zu verwenden.“

Text: Birgit Nikzat / KUG

Karrierewege von GeisteswissenschaftlerInnen – Vol. 14

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Von der Pädagogik zum Projektmanagement

Bereits im Gymnasium entdeckte Brigitte Brand die Liebe zur Literatur und zur Sprache. Somit fiel die Studienwahl nicht schwer und sie begann an der Karl-Franzens-Universität Graz das Lehramtsstudium für Anglistik und Germanistik. Prinzipiell konnte sie es sich gut vorstellen zu unterrichten, zudem dachte sie, dass sie ein Lehramtsstudium im späteren Berufsleben auch abseits der Schule gut brauchen könnte. Sie absolvierte ein Auslandssemester in den USA, in Ohio, und begann bereits während ihrer Studienzeit bei dem Verein Deutsch in Graz zu unterrichten: „Wir unterrichteten damals für Erwachsene in Kleingruppen und haben auch die Lehrmaterialien selbst erstellt. Ein bisschen hat mich diese Arbeit für die Schule verdorben. Wir gestalteten dort nämlich einen sehr anschaulichen Unterricht mittels Team-Teaching und veranstalteten Praxis-Nachmittage an denen das Erlernte ausprobiert werden konnte. Das kann man in der Schule auf diese Art nicht umsetzen“, erklärt Brigitte. Auch arbeitete sie als Sprachassistentin in Kent, England, und meint, dass ihr diese Erfahrung bei späteren Bewerbungen sicher geholfen hat. Nach Abschluss der Studien im Jahr 1991 und dem Unterrichtspraktikum war schnell klar, dass es aussichtslos war, eine Stelle als Lehrerin zu bekommen: „KollegInnen von mir haben jahrelang auf einen Platz warten müssen. Nur mit den Fächern Mathematik und Physik hatte man damals die Chance, gleich einen Job zu bekommen. Da wurde mir bewusst, dass ich einen anderen Weg einschlagen muss“, resümiert Brigitte Brand. Sie musste jedoch nicht lange suchen, denn ein paar Tage nach ihrer Diplomprüfung bekam sie ein Jobangebot vom LFI, dem ländlichen Fortbildungsinstitut. „Am Donnerstag hatte ich meine Diplomprüfung und am Montag darauf einen Job – ohne danach gesucht zu haben“, schmunzelt sie.

Ein Jahr lang arbeitete sie daraufhin gemeinsam mit einer Studienkollegin als Deutschtrainerin in einer Berufsorientierungsmaßnahme für AsylwerberInnen in Voitsberg. „Da habe ich dann gemerkt, dass Berufsorientierung eine spannende Sache ist“, so Brigitte, „und begann eine einjährige Ausbildung zur Sozial- und Berufspädagogin.“ Somit wechselte sie vom Unterricht ins Training und arbeitete in den nächsten Jahren als Trainerin, Beraterin und Coach in diversen, meist vom AMS geförderten Maßnahmen. Auch in den Gesundheitsbereich schnupperte sie hinein, als sie im Zuge ihrer Tätigkeit bei Alpha Nova den Gesundheitssprengel in Kalsdorf aufbaute. Zusätzlich absolvierte sie eine zweijährige berufsbegleitende Ausbildung für Prozessmoderation und systemische Organisationsentwicklung.

Brigitte Brand
Brigitte Brand

Nach einigen einjährigen Jobs übernahm Brigitte Brand dann 1995 bei ISOP – Innovative Sozialprojekte – die Geschäftsführung. Bereits 1994 war sie einmal bei ISOP als Trainerin tätig gewesen, damals unterstützte sie im Rahmen eines arbeitsmarktpolitischen Selbstorganisationsprojekts arbeitssuchende PädagogInnen bei ihrer Neuorientierung. „Später kam dann die Anfrage von ISOP, ob ich mich nicht für den frei gewordenen Geschäftsführerposten interessieren würde. Sie konnten sich noch an mich erinnern und meinten, dass das gut für mich passen könnte. Somit bin ich schließlich ganz ins Projektmanagement gerutscht. Tätigkeiten im Bereich Controlling, Finanzen, Budgetentwicklung, Kostenrechnung, Bilanzierung, Personalauswahl, Projektanträge und Verhandlungen mit Fördergebern zählten plötzlich zu meinen Hauptaufgaben“, erzählt Brigitte. Das Wissen dazu erwarb sie sich in verschiedenen Seminaren beim Controller Institut in Wien und auch bei der Unternehmerschule am WIFI. „Der Rest“, so Brigitte, „war learning by doing. Aber das hätte ich mir seinerzeit nicht gedacht, dass ich als Literaturfreak bei der Kostenrechnung lande. Trotzdem hat das Gewi-Studium gut gepasst, denn für Projektanträge und dergleichen ist von Vorteil, wenn man formulieren und Dinge gut zusammenfassen kann. Auch meine Sprachkenntnisse habe ich wunderbar einsetzen können, denn wir hatten viele von der EU geförderte, transnationale Projekte mit AustauschpartnerInnen. Da war Englisch fast immer die Projektsprache.“

Nach 22 Jahren als ISOP Geschäftsführerin hat sich Brigitte nun aus dem operativen Bereich zurückgezogen, als Vorstandsmitglied ist sie weiterhin tätig. „Unter 55 Arbeitsstunden pro Woche bin ich nie nach Hause gegangen und auch an den Wochenenden war immer wieder die eine oder andere Projektausschreibung zu erledigen“, erzählt Brigitte. „Gerade in der letzten Periode hatten wir sehr viele ESF-Projekte [Europäischer Sozialfond] mit zunehmend herausfordernden Bedingungen und einem horrenden Abrechnungsaufwand. Da ging meine Tätigkeit fast nur mehr ins Controlling. Deshalb habe ich dann den Entschluss gefasst, noch einmal einen beruflichen Neubeginn zu wagen und mich als Unternehmensberaterin und Trainerin selbständig zu machen.“ Dazu absolvierte Brigitte Brand das Unternehmergründungsprogramm, das sie im Februar abgeschlossen hat. Parallel dazu lässt sie sich zur diplomierten Resilienztrainerin ausbilden.

Brigitte hatte nie das Gefühl, dass ihr die geisteswissenschaftlichen Studien einen Nachteil gebracht hätten: „Wahrscheinlich liegt das aber auch daran, dass ich etwas Anderes ausgestrahlt habe“, überlegt sie. „Da hat mir mein Aufenthalt in den USA sehr geholfen, denn dort ist es egal, was man studiert hat, was zählt, ist der Uni-Abschluss. Dieses Denken habe ich mitgenommen und mich auf meinem Weg nicht beirren lassen, denn ich bin nach wie vor der Meinung, dass man mit geisteswissenschaftlichen Studien ein tolles Rüstzeug für viele Berufe hat“, ist Brigitte überzeugt.

Text: Birgit Nikzat / KUG

 

 

Karrierewege von GeisteswissenschaftlerInnen – Vol.13

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Die Welt sehen – das wollte David Zottler bereits als Kind. Heute ist der Geisteswissenschaftler in ganz Europa beruflich unterwegs.

Alles begann mit dem Kunstgeschichtestudium an der Karl-Franzens-Universität in Graz und einem Auslandssemester in Straßburg. „Die Zeit in Frankreich hat mich komplett verändert, plötzlich war mir ein Studium nicht mehr genug und ich inskribierte mich nach meiner Rückkehr zusätzlich noch für Geschichte und Französisch.“ David, der übrigens der erste in der Geschichte der Karl-Franzens-Universität Graz war, der drei Studien gleichzeitig abgeschlossen hatte, betätigte sich nebenbei ehrenamtlich für den Verein Erasmus Student Network (ESN) und betreute Incoming-Studenten aus aller Welt: „Damals in Frankreich gab es diesbezüglich wenig Infrastruktur. Deswegen wollte ich mich engagieren, um den internationalen Studierenden hier unter die Arme zu greifen.“ Bald darauf folgten weitere Auslandsaufenthalte, wie etwa ein Praktikum in Brüssel bei der EU: „Ich war der erste Geisteswissenschaftler, der das Praktikum dort bekommen hat. Ich arbeitete bei der Vertretung des Landes Steiermark in der EU, durfte dort bei vielen Meetings und Konferenzen wie etwa im EU-Parlament oder in der EU-Kommission als Repräsentant dabei sein, die für die Steiermark relevanten Informationen aufbereiten und übersetzen. Dieses Praktikum hat meine Überzeugung von der EU gestärkt. Danach lebte ich noch ein halbes Jahr als Sprachassistent in Dijon, Frankreich, und habe später auch in Paris für ein weiteres EU-Projekt gearbeitet. Mein Wissen aus den Studien konnte ich besonders bei der Sprachassistenz gut nutzen, da ich dort vor allem viele landeskundliche Themen in meinen Unterricht einfließen ließ“, meint David.

David Zottler
David Zottler

Noch während seiner Studien in Graz entschied sich David, die zweijährige Ausbildung zum Austria Guide, die berufsbegleitend am WIFI angeboten wird, zu beginnen. Diese staatliche Ausbildung befähigt nach erfolgreicher Absolvierung aller Prüfungen als Fremdenführer in ganz Österreich Führungen durchzuführen, aber auch zu organisieren und zu planen. „Bereits neben den Studien begann ich in Graz, als Austria Guide zu arbeiten“, erzählt David, „und mit der Zeit übernahm ich zusätzlich auch immer mehr Reiseleitungen. Ich habe dazu eine eigene Ausbildung als Reiseleiter absolviert, und leite und organisiere seit damals Reisen in ganz Europa. Als Reiseleiter kann prinzipiell jeder tätig sein, aber Führungen darf man nur dann anbieten, wenn man staatlich geprüfte/r FremdenführerIn ist. Dass ich beide Qualifikationen habe, was relativ selten vorkommt, erweist sich dabei für mich als großer beruflicher Vorteil.

Für diesen Job wird einem eine hohe Belastbarkeit abverlangt und die Bereitschaft, sich ständig weiterzubilden und viel und oft im Ausland unterwegs zu sein. Zudem ist viel Geduld und große Flexibilität nötig und ein offenes Ohr für jedes Wehwehchen: „Es muss alles im Vorfeld abgestimmt werden – Hotels, Restaurants, etc. Die Leute kommen mit allen Problemen zu einem, denn man ist oft ihr einziger Ansprechpartner. Man ist ständig mit ihnen unterwegs, das heißt die soziale Komponente ist überaus wichtig. Wenn man eine Führung anbietet, steht das Fachliche und Inhaltliche im Vordergrund und nach der Führung geht man sozusagen nach Hause. Als Reiseleiter bin ich aber beispielsweise dafür verantwortlich, die unterschiedlichsten Essensallergien zu berücksichtigen, zu wissen, wo ich im Notfall eine Nachtapotheke finde – oder ich muss im Hotel ein neues Zimmer organisieren, wenn etwas nicht passt, und vieles mehr. Das ist zwar anstrengend und verlangt ein hohes Maß an Verantwortung, aber ich liebe meine Arbeit“, schwärmt David, der seine Touren auf Deutsch, Französisch, Englisch und Spanisch durchführt. Derzeit leitet er vor allem viele Bildungsreisen, wie etwa für das amerikanische Unternehmen Road Scholar, eine der weltweit größten Lifelong Learning-Organisationen: „Hier führe und begleite ich US-Amerikaner, die sich für klassische Musik begeistern, auf thematischen Reisen, wie zum Beispiel The Great Composers of Europe, erklärt David. Aber auch in weniger bekannten Gegenden war er schon unterwegs: „Zuletzt fuhr ich mit einer Reisegruppe nach Friesland, in die Niederlande. Da muss man sich schon sehr gut vorbereiten.“

Mit den Studien an der Karl-Franzens-Universität war David prinzipiell sehr zufrieden, nur etwas mehr Internationalität und Interdisziplinarität hätte er sich gewünscht. Generell ist er davon überzeugt, dass es keinen Sinn hat, Studien nur aufgrund der sogenannten „Wirtschaftlichkeit“ auszuwählen. Demnach lautet Davids Appell: „Man sollte das studieren, was einem selbst Freude bereitet, denn nur dann ist man wirklich gut darin und wird Erfolg haben – auch sollte man offen und neugierig sein und sich vielfältig engagieren. Und was ich ganz besonders wichtig finde: jeder sollte unbedingt möglichst viele Erfahrungen im Ausland sammeln, um den persönlichen Horizont zu erweitern und Vorurteile abzubauen!“

Mag. David Zottler, BA BA
E-Mail: david.zottler.guide@gmail.com
Tel.: +43/650/6474844
Facebook: www.facebook.com/david.zottler.guide
Instagram: www.instagram.com/david.zottler.guide
Video: https://www.youtube.com/watch?v=U5LQqYXAEO0

Text: Birgit Nikzat / KUG

Bericht: Wirtschaftsgeist Workshop am 10. November 2017 – Soziale Innovation im Fokus

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Bereits zum vierten Mal fand am 10. November 2017 der Wirtschaftsgeist Workshop statt. Zwei etablierte Grazer Start-Up-Unternehmen präsentierten ihre Problemstellungen unter dem Themenschwerpunkt Soziale Innovation. Unter den TeilnehmerInnen fanden sich Studierende der WTZ-Süd-Universitäten, darunter auch internationale Studierende aus Brasilien, Bangladesch, Italien und USA. 

11 Studierende aus unterschiedlichsten Studienrichtungen –  Sustainable Development, Pädagogik, Germanistik, Musikologie, Instrumenta(Gesangs)pädagogik und Global Studies stellten sich den nachhaltigen unternehmerischen Herausforderungen. Die motivierten TeilnehmerInnen arbeiteten in zwei interdisziplinären Gruppen eng mit den Start-Ups zusammen, um umsetzbare Lösungsansätze zu entwickeln.

Die vierte Ausgabe des Wirtschaftsgeist Workshops hatte höchst interessante Challenges zu bieten:

Sarah Reindl, Gründerin und Geschäftsführerin von Das Gramm, trat mit folgender Problemstellung an die Studierenden heran: Im Zuge eines Expansionsvorhabens überdenken die Inhaberinnen zum momentanen Zeitpunkt die generelle Geschäftsstrategie. Die Frage, wie man neues Klientel von der Idee verpackungsfreier Einkäufe überzeugen kann sowie eine Erarbeitung einer Positionierungsstrategie, wurde als Challenge ausgegeben. In der Gruppe wurden Ideen generiert und diskutiert, die zukünftig zu einer Stärkung der Positionierung von Das Gramm beitragen sollen (zusätzliche, unterstützende Angebote bzw. spezielle Studierendenangebote, Kommunikation, etc.).

Der Geschäftsführer von Compuritas, Rüdiger Wetzl-Piewald, trat mit folgender Challenge an die Studierenden heran: Begriffe bzw. Konzepte wie Second Hand / Re-Use sind in unserer Gesellschaft leider oftmals negativ konnotiert – gleichzeitig aber integraler Bestandteil des Geschäftsmodells von Compuritas. In der Gruppe wurde diskutiert, welche Begriffe verwendet werden könnten, um diesem Image entgegenzuwirken. Gemeinsam suchten die TeilnehmerInnen nach neuen Ansätzen, um diese Konzepte positiv zu besetzen und zu kommunizieren.

Moderator und Innovationscoach Johannes Frühmann unterstützte die Teams während der Ideenfindungsprozesse mit den Methoden des „Design Thinking“. Nach einigen Stunden gemeinsamer kreativer Arbeit wurden die ideenreichen Ergebnisse allen TeilnehmerInnen präsentiert. Für das leibliche Wohl während des Workshops sorgte ein regionales Buffet. Abgerundet wurde die Agenda mit einer kurzen Präsentation durch Remo Taferner: Er stellte die Gründungsgarage vor und motivierte die Workshop-TeilnehmerInnen dazu, im Falle einer Gründungsidee mutig zu sein und sich für die Gründungsgarage, zu bewerben.

Fotocredit: Andreas Wenzel/KUG

Statements

„Es war eine Freude zu sehen, wie die Studierenden hochaktiv auf die Fragestellung eingehen und zahlreichen konstruktiven Input liefern. Mir war dabei besonders wichtig, die Gruppe nicht in eine Rolle zu drängen, sondern ihren persönlichen Zugang zu unserem Unternehmen zu erleben. Schließlich kommen auch unsere potenziellen KundInnen oft mit einer vorgefertigten Meinung in Berührung mit Compuritas. Da braucht es gute und offene Kommunikation zum erfolgreichen Verkauf. Und die gelingt nur, wenn wir den Zugang der KundInnen zu unseren Produkten kennen.“ Rüdiger Wetzl-Piewald, Compuritas GmbH

„Der Wirtschaftsgeist-Workshop war für mich eine einmalige Gelegenheit, in entspannter Atmosphäre und ohne Zeitdruck mit Studierenden zu brainstormen und abseits von gängigem Wirtschaftsdenken neue Wege zur Weiterentwicklung unseres Unternehmens einzuschlagen. Der Workshop ist für Studierende und „open-minded“ UnternehmerInnen gleichermaßen gewinnbringend und hat in meinem Fall sogar zu einem Projekt geführt, dass ich mit zwei Studentinnen weiterführend durchführen möchte.“ Sarah Reindl, Das Gramm OG

“Für mich war es besonders interessant die regional nachhaltigen Unternehmen und deren Herausforderungen am Markt kennen zu lernen. Und natürlich war es toll, diese mit meinen Ideen zu unterstützen. Unser Unternehmen war sehr offen und für alles was wir eingebracht haben, das war sehr angenehm und wir konnten ohne Scheu unsere Meinung einbringen.“ Studierenden-Feedback

“Ich habe viele neue Ideen und Perspektiven kennen gelernt und das wird bestimmt sehr hilfreich für meine berufliche Zukunft.” Studierenden-Feedback

“Der Workshop war sehr fein. Ich finde der Rahmen hat sehr gut gepasst. Ich hatte schon vorher einige Design Thinking/Produktentwicklungs-Workshops besucht. Im Gegensatz zu den anderen Workshops, die ich besucht habe, hat sich dieser Workshop als besonders praxisbezogen herausgestellt und war somit keine Wiederholung für mich.“ Studierenden-Feedback

Das WIRTSCHAFTSGEIST-Team bedankt sich sehr herzlich bei den Studierenden und den Start-ups für die Teilnahme am Workshop. Wir möchten uns auch recht herzlich bei den zahlreichen KooperationspartnerInnen, die uns auch diesmal bei der Ankündigung und der Organisation des Workshops unterstützt haben, bedanken u.a.: alumnni UNI graz, Career Center der Uni Graz, DocService der Uni Graz, Geisteswissenschaftliche Fakultät der Uni Graz, Fakultätsvertretung Geisteswissenschaften der ÖH Uni Graz, Sozial- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Uni Graz, Studienvertretung Musikologie der ÖH Uni Graz und der KUG, studo.co

„alumni UNI graz. das absolventInnen-netzwerk“ im Interview mit wirtschaftsgeist.com

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Der alumni UNI graz ist der AbsolventInnen-Verein der Universität Graz. Er bietet AbsolventInnen ein breites Angebot an Möglichkeiten mit ihrer Universität in Kontakt zu bleiben, beispielsweise sich bei fachspezifischen Veranstaltungen über neueste Forschungsergebnisse zu informieren. Für Studierende ist der Verein ein Bindeglied zu den AbsolventInnen. Durch gezielte Programme können sich Studierende mit AbsolventInnen austauschen und von ihnen lernen sowie von deren Erfahrungen profitieren.

„alumni UNI graz. das absolventInnen-netzwerk“ hat in den letzten Jahren ein zielgruppengerechtes, fakultätsübergreifendes Netzwerk aufgebaut, das sich derzeit auf 17 Sektionen (Fachgruppen) und zahlreiche internationale Chapter und Kontaktstellen erstreckt. Alleine für den geisteswissenschaftlichen Bereich gibt es acht Sektionen, darunter alumni English & Amercian Studies, alumni historiae, alumni Philosophie, alumni Romanstik, etc.

Der Wirtschaftsgeist-Blog hat sich mit den alumni UNI graz Mitarbeiterinnen Mag. Tanja Baumgartner und Mag. Carmen Teubenbacher, MA, über die historische Entwicklung, die speziellen Angebote sowie über eine Absolventin der Geisteswissenschaftlichen Fakultät, die sich mit einem nachhaltigen Start-up Unternehmen selbstständig gemacht hat, unterhalten.

Tanja Baumgartner absolvierte das Studium der Pädagogik mit Schwerpunkt Erwachsenenbildung. Schon während des Studiums war sie in vielen Projekten an der Uni beruflich involviert, wie bspw. im Studieninfoservice und in der Organisation der „Kinder Uni Graz“. Sie ist seit 2005 am Aufbau des Vereins dabei und zuständig für das Programm für Studierende gegen Studienende und JungakademikerInnen, sowie für das Marketing für diese Zielgruppe.

Carmen Teubenbacher absolvierte das Studium Anglistik/Amerikanistik an der Uni Graz und schloss berufsbegleitend einen Masterlehrgang in Medienwissenschaften ab. Nach unterschiedlichen beruflichen Stationen im Bildungs- und Medienbereich, wechselte sie 2012 zum alumni UNI graz und ist dort zuständig für Marketing und PR.

Frau Mag. Baumgartner, darf ich Sie bitten uns die Initiative „alumni UNI graz. das absolventInnen-netzwerk“ kurz vorzustellen?

Baumgartner: Der heutige alumni UNI graz baut auf dem 1995 gegründeten „Abso-Verein“ auf. Seit dem Relaunch im Jahr 2005 konnte der alumni UNI graz seine Mitgliederanzahl von rund 350 auf rund 4500 ausweiten. Das gesamte Netzwerk umfasst rund 20.000 Kontakte zu AbsolventInnen und Studierenden, die regelmäßig über Veranstaltungen und Neuigkeiten der Karl-Franzens-Universität informiert werden. Damit zählt der alumni UNI graz zu den größten AbsolventInnenvereinen im deutschsprachigen Raum.

Frau Mag. Teubenbacher, von welchen Leistungen profitieren die Mitglieder in Ihrem Netzwerk?

Teubenbacher: Der alumni UNI graz versteht sich als Plattform, um mit den AbsolventInnen in Kontakt zu bleiben. Unser Angebot reicht von Weiterbildungs- und Netzwerkveranstaltungen bis hin zum Erfahrungsaustausch unter den AbsolventInnen und der Universität. Zudem soll auch der Kontakt zwischen Studierenden und AbsolventInnen gepflegt werden, um den Austausch über zukünftige berufliche Perspektiven zu fördern.

In den letzten Jahren hat sich zusätzlich zu den fachspezifischen Sektionen ein weltweites Netzwerk an internationalen Chapter und Kontaktstellen – regionale Gruppen weltweit – entwickelt. So engagieren sich die AbsolventInnen der Universität Graz ehrenamtlich vor Ort in New York, Brüssel, Shanghai, Washington D.C., Moskau, London und in vielen weiteren Regionen rund um den Globus.

Gibt es Beispiele von Geistes-, Sozial- und KulturwissenschafterInnen, die sich in Ihrem AbolventInnennetzwerk im privatwirtschaftlichen Bereich besonders hervorgetan haben und was hat diese Persönlichkeiten besonders ausgezeichnet, um in diesem Bereich als GSK-AbsolventIn reüssieren zu können?

Teubenbacher: Da fällt mir das Unternehmen das Gramm – der erste verpackungsfreie Lebensmittelladen in Graz – ein. Verena Kassar, eine der Geschäftsführerinnen des Unternehmens hat an der Uni Graz Kunstgeschichte studiert. Sie war gemeinsam mit Ihrer Geschäftspartnerin, Sarah Reindl, Alumna des Monats April 2016. Sie betonte im Gespräch, dass geisteswissenschaftliche Studien das vernetzte Denken, den interdisziplinären Zugang, sowie die Fähigkeit, sich eigene Wege zu schaffen, fördern. Die Notwendigkeit, viel selbst erarbeiten zu müssen, fördert gleichzeitig auch die Fähigkeit, sich eigene berufliche Perspektiven zu schaffen und das fernab von vorgegeben Strukturen, wie sie in anderen Studienrichtungen oftmals vorgezeichnet werden.

Was sind Ihrer Ansicht und Erfahrung nach potentielle Hemmnisse für GeisteswissenschafterInnen, um einen reibungslosen beruflichen Einstieg zu schaffen? Wie kann man Ihnen dabei helfen?

Baumgartner: Ich sehe es als unsere Aufgabe, Studierenden die Möglichkeit anzubieten, mit AbsolventInnen in Kontakt treten zu können, um ihnen zu zeigen was alles möglich ist. Die Vielfalt an Berufsfeldern nimmt ständig zu. Hier finden wir es wichtig – und das beschränkt sich nicht nur auf Gewi-Studierende – zu erkennen, in welcher Tätigkeit man aufgeht. Oft kommt da der Ausspruch: „Ich kann eigentlich viel, aber ich weiß nicht, was ich damit machen soll“. Ein Ansatz wäre, unsere AbsolventInnen Gespräche zu besuchen, sich Ideen von Karrierewegen, wie auf eurem Wirtschaftsgeist-Blog oder auch Plattformen wie Whatchado zu holen, oder sich auf unserer Website die Alumni.Portraits anzuschauen. In den Studienplänen ist zwar nachzulesen, für welche Berufsfelder man (aus-)gebildet wird, aber auf den genannten Plattformen können konkrete Berufsvorbilder identifiziert werden. Dieses Sichtbarmachen von Möglichkeiten kann AbsolventInnen von Gewi-Studienrichtungen ermutigen, ihren eigenen beruflichen Weg zu erschaffen.

Teubenbacher: Vielleicht eine kleine Geschichte am Rande: Wir hatten letztes Jahr in unserer Veranstaltungsreihe „Perspektive Studium“, die Anglistik/Amerikanistik als Schwerpunkt mit ca. 40 Studierenden, die am Ende ihres Studiums waren. Wir hatten am Anfang gefragt, ob sie schon wissen, in welche Richtung sie sich beruflich orientieren werden und nur ca. fünf TeilnehmerInnen hatten eine konkrete Vorstellung. Deshalb ist es wichtig, den Studierenden solche Anregungen, wie die genannten, zu geben.

Sie bieten außerdem auch das sogenannte „Alumni Career Mentoring“ Programm an. Was hat es damit auf sich?

Baumgartner: Speziell mit dem Mentoring Programm von alumni UNI graz und Uni Career Center möchten wir dabei unterstützen, den Berufswunsch von Studierenden gegen Ende des Studiums zu schärfen. Wir setzen dazu eine branchenerfahrene Person – MentorIn – ein, die der/dem Mentee in der Berufsorientierungsphase zur Seite steht. Studierende ab dem fünften Semester können sich das gesamte Jahr über für dieses Programm bewerben. Für Mentees wird von alumni UNI graz und Uni Career Center ein begleitendes Rahmenprogramm angeboten. Wie sich die Zusammenarbeit im Mentoring-Tandem gestaltet, wird individuell vereinbart. Besonders hervorzuheben ist, dass sich die Mentorinnen und Mentoren ehrenamtlich für das Programm engagieren. Hier freuen wir uns immer, wenn jemand auf uns zukommt und auf diese Art und Weise, ihrer/seiner Alma Mater etwas zurückgibt.

Zudem haben Sie für die JungabsolventInnen ein eigenes Paket – „junior alumni“ – geschaffen? Von welchen Vorteilen profitieren die JungabsolventInnen?

Baumgartner: Wir bieten speziell für JungabsolventInnen das Servicepaket „junior alumni“ an. Wir fördern die JungabsolventInnen mit einer einjährigen kostenlosen Mitgliedschaft, mit einem -50 % Gutschein für ein professionelles Bewerbungsfoto, regelmäßigen Austauschmöglichkeiten mit berufserfahrenen AbsolventInnen, Mobilitätsstipendien für Auslandspraktika und die Teilnahme am Mentoring-Programm, um den beruflichen Einstieg zu unterstützen.

Das Career Center sowie das alumni UNI graz arbeiten eng zusammen. Beide Institutionen sind bei der Bewerbung der bisherigen „Wirtschaftsgeist-Workshops“ als Multiplikatoren hilfreich zur Seite gestanden. Was könnte Ihrer Meinung nach dieses Format bewirken?

Teubenbacher: Mit dem Wirtschaftsgeist-Workshop wird für Studierende, die eigenverantwortlich ihre beruflichen Perspektiven ausloten wollen, die Möglichkeit geboten, in den Aufbau eines Unternehmens hinein zu schnuppern und diesen aktiv mitzugestalten. Der Workshop zeigt auch auf, was durch Eigeninitiative möglich ist. Gerade GSK-Studierende sind in ihren Studien besonders gefordert Eigeninitiative zu entwickeln. Berufswege sind noch nicht vorgezeichnet, wie oftmals in anderen Studienrichtungen. Der Workshop bietet hier die Möglichkeit mit Berufsvorbildern in Kontakt zu treten und zu erkennen, dass man eigentlich viel kann und nun auch weiß, was man damit machen kann.

Vielen Dank für das Gespräch!