Bericht: Wirtschaftsgeist Workshop am 20. November 2018 – Social Entrepreneurs – Gesellschaftliche Verantwortung im Kerngeschäft

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Am 20. November ging der sechste Wirtschaftsgeist Workshop über die Bühne, diesmal mit zwei Social Business Unternehmen aus dem Raum Graz und in neuer Location, dem ZWI.Space der Uni Graz. Gemeinsam mit dem Social Business Club Styria als Kooperationspartner wurden zwei Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen für den Workshop ausgewählt.

Mit dabei waren diesmal Studierende aus den Fächern: Russisch, Sozialpädagogik, Umweltsystemwissenschaften mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit, Global Studies, Soziologie und Psychologie.

Silvia Jölli, Geschäftsführerin von heidenspass hat sich mit ihrem 2006 gegründeten Social Business, zur Aufgabe gemacht, die Jugendarbeitslosigkeit zu vermindern. Das sozial-nachhaltige Unternehmen mit einer Hybridfinanzierung gibt jährlich ca. 100 jungen Menschen in akuten Krisen einen Arbeitsplatz. Produziert wird eine breite Palette von ReUse- und Recyclingprodukten. Frau Jölli brachte folgende Challenges in den Workshop mit: Mithilfe des Instrumentes der Mitgliedschaft will man einen Teil des Unternehmens finanzieren. Die Frage lautete: Welche Maßnahmen und Ansätze können entwickelt werden um Mitglieder zu akquirieren?

Magdalena Kahr, Antonia Pokorn, Thomas Raggam von The Schubidu Quartet, firmieren formal als Werbeagentur, fokussieren sich dabei aber in ihrer unternehmerischen Tätigkeit speziell auf gesellschaftsrelevante Themen wie Multikulturalität, Nachhhaltigkeit, innovative Technologien, sowie Kunst und Kultur, insbesondere Musik und darstellende Kunst. Mit folgenden Challenges ging es in den Workshop: Das Team um The Schubidu Quartet ist gerade dabei ihren eigenen Webauftritt zu überarbeiten und war auf der Suche nach einem frischen Blick von außen – so sollte das Leistungsportfolio stärker in inhaltliche Kategorien eingeteilt werden und der eigene Auftritt nach außen überdacht werden.

In den beiden Gruppen wurde intensiv an Lösungsvorschlägen für die Challenges gefeilt. Für heidenspass wurde ein Mitgliederfinanzierungsmodell erarbeitet sowie Maßnahmen zur Förderung der Bekanntheit im Social Media Bereich diskutiert. Für The Schubidu Quartet wurden treffliche Kategorien entwickelt, die ihr Leistungsportfolio in Überkategorien zusammenfassen lässt, was wiederum für potentielle Kunden einen schnellen Überblick ermöglicht, in welchen Bereichen das Unternehmen tätig ist. Zudem wurden auf besonders kreative Art Impulse für den Außenauftritt mitgegeben.

Moderator und Geschäftsführer des SBCS Rüdiger Wetzl-Piewald unterstützte die Teams während der Ideenfindungsprozesse mit den Methoden des „Design Thinking“ und seiner Erfahrung als Gründer eines Social Business.

Zum Abschluss des Workshops wurde noch das Wirken des Social Business Club Styria vorgestellt. Der Club versteht sich als regionales Kompetenzzentrum für Social Entrepreneurship und bietet Unterstützung und Beratung – von der Idee bis zur Gründung eines Social Business.

Remo Taferner, vom Zentrum für Entrepreneurship, stellte zudem die Gründungsgarage vor – der Academic Startup Accelerator der Uni Graz, der Studierende ein Semester lang dabei unterstützt, die eigene Geschäftsidee in Richtung konkrete Umsetzung zu begleiten.

Fotocredit: Andreas Wenzel / KUG

Statements

„Ein erfrischendes Format mit Erkenntnisgewinn für unser Social Business. Bereichernd für beide Seiten!“ Silvia Jölli, Geschäftsführung, heidenspass

„Im Wirtschaftsgeist Workshops haben wir Fragestellung zu unserer eigenen Firmen-Präsentation zusammen mit Studierenden bearbeitet. Der frische Blick von außen ließ uns sehr schnell Lösungen finden. Wir freuen uns die gemeinsamen Ergebnisse bald umzusetzen und können dieses Workshopformat nur wärmstens empfehlen.“ Magdalena Kahr, Antonia Pokorn, Thomas Raggam, The Schubidu Quartet

Der Workshop war sehr interessant, lehrreich und hat viel Spaß gemacht. Ich habe vor einigen Monaten an einem Unternehmensstrategie Workshop mit fast ausschließlich Wirtschaftsstudierenden teilgenommen und im Vergleich dazu hat mir beim Wirtschaftsgeist-Workshop besonders die kreative Denkweise, ungezwungene Atmosphäre, nähere Zusammenarbeit mit dem Unternehmen und der Schwerpunkt auf geisteswissenschaftliche Disziplinen und Lösungsansätze gefallen. Natürlich ist auch die wirtschaftliche, unternehmerische Seite wichtig, um Lösungsansätze wirklich realistisch zu gestalten, doch die Unternehmerin hat uns in dieser Hinsicht sehr mit ihrem Input geholfen.
Auch die kurze Präsentation der Gründungsgarage hielt ich für besonders hilfreich und informativ. Ich würde den Workshop auf jeden Fall weiterempfehlen!!
Studierenden-Feedback

„Der Wirtschaftsgeist Workshop ermöglicht einen tiefen Einblick in die Tätigkeit von Unternehmerinnen und Unternehmern und zeigt deren Herausforderungen auf. Durch den ehrlichen Austausch können sowohl Studierende als auch Unternehmen vom Miteinander profitieren. Ich finde das Konzept einfach super und komme gerne wieder!“ Studierenden-Feeback

Es war toll, für ein paar Stunden in die Welt der sozialen Unternehmen einzutauchen, mit anderen engagierten Studierenden und den Unternehmern zusammenzuarbeiten. Ich finde es super, da man mit Leuten aus ganz anderen (Studien) Richtungen zusammenkommt, da so unterschiedliche Perspektiven sich super ergänzen und man viel voneinander lernen kann. Der Prozess des Problemlösens war auch spannend, teilweise wurden wir etwas Chaotisch oder Brainstormten nur mehr, um dann aber wieder zu einer Struktur zu finden und das Ganze in ein Konzept zu verpacken. Es war sehr lehrreich, zu unseren Ideen das Feedback einer Unternehmerin zu bekommen, sie weiß, was realistisch umsetzbar ist und welche unternehmerischen Aspekte man nicht außer Acht lassen sollte…“ Studierenden-Feeback

Das WIRTSCHAFTSGEIST-Team bedankt sich sehr herzlich bei den Studierenden und den Unternehmen für die Teilnahme am Workshop. Ebenso bedanken möchten wir uns bei den zahlreichen KooperationspartnerInnen, die uns auch diesmal bei der Ankündigung und der Organisation des Workshops unterstützt haben, u.a.: alumnni UNI graz, Career Center der Uni Graz, DocService der Uni Graz, Geisteswissenschaftliche Fakultät der Uni Graz, Fakultätsvertretung Geisteswissenschaften der ÖH Uni Graz, Sozial- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Uni Graz, Studienvertretung Musikologie der ÖH Uni Graz und der KUG, studo.co, Circle of Excellence, Social Business Club Styria

 

Science2Business Challenge – Nov 2018

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Am Beginn eines Spin-off steht der gedankliche Schritt vom Forschungsergebnis in Richtung Businessmodel. Dazu braucht es intensive Gespräche und Diskussionen. Wir hatten viele solche bei unserer Science2Business Challenge vom 12. bis 14. November 2018 im ZWI.Space der Uni Graz. Die ersten/nächsten Schritte Richtung Spin-off wurden gemacht. Mit dabei waren Projekte aus der Universität Graz, der Med Uni und der TU Graz.

Es motivierend und lässt einen erstaunen welche handfesten, in Technologie und Wirtschaft anwendbaren Ergebnisse z.B. aus der Beobachtung von Bienen oder Heuschrecken ableitbar und entwickelbar sind. Verwertung bedingt Forschung auf höchstem Niveau und genau solche exzellenten Forschungsergebnisse sind die Basis dieser künftigen Spin-off Unternehmen.

Danke an die Mentoren für ihre Zeit und die Begeisterung bei der Unterstützung unserer Projekte.

Speed-Dating: Berufliche Perspektiven mit Pädagogik

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Treffen Sie an diesem Abend auf 10 Pädagogikabsolventinnen aus unterschiedlichen Berufsfeldern und stellen Sie Ihre brennenden Fragen zum Berufseinstieg im direkten Gespräch mit den einzelnen ExpertInnen. Gewinnen Sie so in kurzer Zeit einen Einblick in die vielfältigen Tätigkeitsbereiche, die Ihnen mit einem Pädagogikstudium offen stehen.

Foto: pixabay
Foto: pixabay

Zielgruppe: Studierende und Jung Absolventinnen

An folgende Pädagogik-AbsolventInnen können Sie an diesem Abend
Ihre Fragen stellen:

Mag. Birgit Niederl
Regionalstellenleiterin
Tagesmütter Graz-Steiermark

Mag. Julia Goldgruber
Personalentwicklerin
Universität Graz

Mag. Karin Haider, MA
Schulsozialarbeiterin
SOFA – Verein für Schulsozialarbeit

Dr. Andrea Bernhard
Assistentin des Vizerektors für Lehre
Technische Universität Graz

Mag. Christoph Unterberger, MA
E-Learning Editor
SSI Schäfer AUTOMATION GMBH

Mag. Faustina Verra
Beraterin und Multiplikatorin
LOGO Jugendmanagement

Stefan Dworak, Bakk.
Leitung Südoststeiermark
input Steiermark

Mag. Claudia Sodl
People and Organisational Development global
MAGNA STEYR FAHRZEUGTECHNIK AG & CO KG

Melanie Saurer, Bakk.
Teamleitung
ARGE Ki:Ju:Fa

Mag. Marko Scherngell
Human Resources & Controlling Assistent
Wirecard CEE

 

Wann: Dienstag 04.12.2018, 17:00 – 18:30 Uhr

Ort: Career Center Veranstaltungsraum, Geidorfgürtel 21, 1.Stock, 8010, Graz

Anmeldung unter: https://careercenter.uni-graz.at/de/bewerberinnen/veranstaltungen/?esraSoftIdva=258812

Karrierewege von GeisteswissenschaftlerInnen – Vol. 23 – Tobias Loder-Neuhold

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Vom Allrounder zum Spezialisten – der Musikologe Tobias Loder-Neuhold schildert seinen Karriereweg.

Wie schafft es ein Musikologe in ein weltweit agierendes B2B Unternehmen? Tobias Loder-Neuhold, MA ist Digital Communications Strategist bei Universium Communications in Schweden und sorgt dafür, dass sich Firmen als Marke aufbauen und etablieren. Inwiefern das mit Geisteswissenschaften zu tun hat, erzählt er in diesem Porträt.

Tobias Loder-Neuhold interessierte sich schon immer für Musik und entschied sich deshalb dafür, Musikologie in Graz zu studieren. Nebenbei war er in zahlreichen Bandprojekten tätig und erwarb Fähigkeiten im Bereich Grafikdesign. Zunächst strebte er eine Universitätskarriere an, was sich jedoch als schwieriger als erwartet herausstellte: „Ich habe gemerkt, dass es sehr wenige Stellen in einem ‚Orchideenfach‘ wie der Musikologie gibt. Meine Spezialisierung im Bereich Musikpsychologie war leider auch nicht ideal. Damit bin ich zwischen den Stühlen gesessen und habe nirgends so richtig dazu gepasst.“ Trotzdem weiß und schätzt er, was ein geisteswissenschaftliches Studium zu bieten hat: „Im Lebenslauf scheinen manche Qualifikationen nicht auf, die man sich aneignet hat. Die strukturierte, analytische und tiefgehende Auseinandersetzung mit Themen, die einen dazu befähigt, Inhalte sowohl in schriftlicher als auch in mündlicher Form wiederzugeben, ist ein großes Plus, das ich in meinem Karriereweg vielfach zum Einsatz bringen konnte. Auch wenn wir Texte über Texte schreiben mussten – Inhalte in Worte zu fassen ist in Jobs gefragt!“

Tobias Lober-Neuhold
Tobias Lober-Neuhold

Die Geisteswissenschaften brachten Tobias auch die nötige Offenheit gegenüber Weiterbildungen und Auslandsaufenthalte nahe. Erfahrungen dieser Art machte er in Form eines Auslandssemesters in den Niederlanden und nach seinem Masterabschluss. Er zog in die Schweiz und entschied sich, sein Interesse an Kommunikation mit einem weiteren Studium zu vertiefen. Im Rahmen des Lehrgangs Kommunikationswissenschaften musste er ein Pflichtpraktikum absolvieren, woraus schließlich sein erster Job resultierte. „Ich fand eine Arbeitsstelle bei einem Konzerthaus an der Schnittstelle zwischen Kommunikation und Musik. Ich war für Pressearbeit und Marketing und auch für soziale Medien verantwortlich. Genauer gesagt habe ich Plakate gestaltet, Werbetexte geschrieben und Informationen an Interessierte und die Presse weitergeleitet. Sowohl meine Aufgabenbereiche als auch mein Arbeitsumfeld haben mir gut gefallen und ich habe mich ins Zeug gelegt, um davon profitieren zu können“, schildert Tobias.

Auf seine Zeit in der Schweiz folgte schließlich ein Umzug nach Schweden, da Tobias‘ Partnerin eine Anstellung an der Universität Uppsala angeboten bekam und er sie in ihrer Karriere unterstützen wollte. Aufgrund seiner Muttersprache sowie seiner Erfahrung im Bereich PR und Social Media fand er auch dort sehr bald eine Anstellung bei einem kleinen Start-Up-Unternehmen. „Als Marketingassistent für den deutschsprachigen Raum kamen mir dann Fertigkeiten aus dem wissenschaftlichen Arbeiten zugute. Ich musste Schlagwörter für die Suchmaschinenoptimierung definieren – eine Tätigkeit, die man auch im wissenschaftlichen Arbeiten anfinden kann. Hier musste ich es eben für Produkte machen, damit sie im Internet besser gefunden werden“, erklärt Tobias. Später war er als Growth Manager dafür verantwortlich die Reichweite des Unternehmens mithilfe von Werbemaßnahmen und Social-Media-Aktionen zu vergrößern um den Umsatz zu steigern. Tobias machte sich im Bereich digitale Kommunikation auch selbstständig und bot KundInnen Social-Media-Kampagnen, Homepageoptimierung und digitale Inhaltserstellung an. Die Fertigkeiten hierzu eignete er sich im Laufe seines Studien- und Arbeitslebens in Eigenregie und in den bereits erwähnten Weiterbildungsangeboten an. Dieses Engagement, davon ist Tobias überzeugt, verhalf ihm schließlich zu seinem jetzigen Job bei Universum Communications.

„Schon einmal darüber nachgedacht, wie große Firmen ihre Angestellten rekrutieren? Dahinter steckt viel mehr als bloß Ausschreibungen in verschiedenen Medien zu platzieren. Es werden Strategien entwickelt, um sich als Arbeitgeber für Talente interessant und attraktiv zu positionieren. Mein Arbeitgeber macht genau das! Und als Digital Communications Strategist unterstütze ich Unternehmen dabei, sich als Marke aufzubauen und Medienstrategien zu entwickeln. Das Ganze nennt sich dann ‚Employer Branding‘“, erklärt Tobias. Diese Arbeit erinnert ihn an seine Experimente in der Studienzeit, wo er genau auf diese Art und Weise planen und testen musste, um ein Ziel zu erreichen. In den letzten Jahren entwickelte er sich immer mehr zum Experten: „Ich war durch meinen beruflichen Werdegang gezwungen, mich vom Allrounder zum Spezialisten zu entwickeln. Das war ein langer und anstrengender Prozess. Es war wichtig, offen und flexibel zu bleiben und seine Stärken kennenzulernen und weiterzuentwickeln. Ich weiß inzwischen, was ich gerne mache und was mir liegt. Für meine Karriere ist die Fokussierung auf einen Bereich sehr förderlich.“
Tobias würde nichts anders machen, rät jedoch anderen Studierenden, einen Masterabschluss nicht um des Titels willen zu machen, sondern bereits nach dem Bachelorabschluss Fuß im Arbeitsleben zu fassen. Außerdem möchte er andere ermutigen, die eigenen, im Studium erworbenen Qualitäten nicht zu unterschätzen. „Übrigens“, sagt Tobias zum Abschluss, „ist unser Abteilungsleiter auch Geisteswissenschaftler.“

Text: Christina Lessiak

Berufseinstieg kompakt

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Für Studierende der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften sowie der Künste bietet sich wieder eine Möglichkeit sich mit dem Thema Berufseinstieg auseinandersetzen.

Im Wintersemester wird die 2tägige „Freie Wahllehrveranstaltung“ (1 ECTS Credit) BERUFSEINSTIEG KOMPAKT angeboten.

Foto: © KlausRanger
Foto: © KlausRanger

Ziel der Veranstaltung ist die Vermittlung der Grundlagen des Berufsein- und Aufstieges unter besonderer Berücksichtigung des Bewerbungsprozesses. Sie erlangen eine umfassende Vorbereitung auf die Arbeitsmarkt-spezifischen Erfordernisse wie die Gestaltung von Bewerbungsunterlagen, Führung von Bewerbungsgesprächen und Kenntnisse über weitere Formen von Auswahlverfahren. Als Basis dient die Darstellung berufsbezogener Stärken, Kompetenzen und Motive mittels Übungen.

Termine: Freitag 16. und 30.11.2018
Uhrzeit: 09:00 – 16:00 Uhr
Ort: SR 02.02, Universitätsplatz 2, 8010, Graz

Anmeldung über Uni Graz Online.
Alle Details unter: https://online.uni-graz.at/kfu_online/wbLv.wbShowLVDetail?pStpSpNr=528868&pSpracheNr=1

Karriere von GeisteswissenschaftlerInnen – Vol. 22 – Julia Pirkenau

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Schritt für Schritt: Julia Pirkenau erzählt von ihrem Karriereweg vom Kunstgeschichtestudium in die Marketingbranche

Julia Pirkenau’s Karriereweg ist alles andere als geradlinig und auf dem ersten Blick von kleinen Rückschlägen gekennzeichnet. Nach der Matura wollte Julia eigentlich Medizin studieren, scheiterte jedoch am Aufnahmetest.
Sie entschied sich daraufhin, Pharmazie zu inskribieren, merkte jedoch recht schnell, dass dieses Studium nicht das richtige für sie war. Da sie sich sehr für Grafikdesign interessierte, bewarb sie sich zwei Mal für das FH-Studium Informationsdesign, wurde jedoch in beiden Fällen abgelehnt. Julia ließ sich davon nicht unterkriegen und begann Kunstgeschichte und parallel dazu Umweltsystemwissenschaften mit Schwerpunkt Chemie zu studieren. Sie blieb schließlich bei Ersterem und erklärt, dass der ursprüngliche Reiz für sie darin lag, in diesem Fach sehr viel über die Gesellschaft zu lernen: „Es heißt, man kann Bilder immer erst dann verstehen bzw. interpretieren, wenn man weiß, was zu einer bestimmten Zeit an dem betreffenden Ort passiert ist. Wieso war das eine Kunstwerk aufsehenerregend oder wichtig? Das herauszufinden ist spannend! Diese Kontexte zu ergründen und Kunst darin einzubetten hat mir gefallen und deswegen bin ich auch drangeblieben.“

Julia Pirkenau - © JOfotografie
Julia Pirkenau – © JOfotografie

Julia hat das Studieren allein aber nie gereicht, weswegen sie nebenbei ständig in unterschiedlichen Bereichen aktiv war. Unter anderem unterstütze sie KünstlerInnen in den Regionen, war im Bezirk Voitsberg an Kunstaktionen beteiligt, Bodypainting-Model, freischaffende Grafikdesignerin und hat darüberhinaus zwei Musikredaktionen mitaufgebaut (Fresh – Austrian Bass Culture und music-news.at). Sie hatte das große Glück, dass ihre Eltern die Möglichkeit hatten, sie finanziell zu unterstützen, weswegen sie neben dem Studium nicht arbeiten musste. „Ich hatte StudienkollegInnen, die sich das Studium nicht leisten konnten und abbrechen mussten“, erzählt Julia. Kombiniert mit den angeführten Erfahrungen führte sie ihre Hochschulbildung schließlich zu einem breiten Wissen und umfangreichen Kompetenzen. Julia erinnert sich: „Als ich damals neben dem Studium zu arbeiten angefangen habe, hat mich meine Mutter gefragt, ob ich genug Geld bekomme. Und ich habe ihr gesagt, dass es in erster Linie nicht um’s Geld geht, sondern darum, dass ich Erfahrungen sammle und die sind unbezahlbar und das ist schlussendlich das Einzige, was wirklich zählt. Und anscheinend habe ich Recht behalten. Alles was man tut bringt einen in der einen oder anderen Hinsicht weiter. Man muss ja nicht alles davon in den Lebenslauf schreiben.“ Besonders als Musikjournalistin, so Julia, habe sie viel erlebt und sich enorm weiterentwickelt. Außerdem habe diese Tätigkeit ihr Unsicherheiten genommen: „Am Anfang hatte ich großen Respekt vor anderen JournalistInnen und MusikerInnen und war verunsichert. Wenn du dann aber einmal Backstage kommst und mit den anderen ein Bier trinkst, merkst du schnell, dass das alles nur Menschen sind und man gar nicht so nervös sein muss.“

Über ihr privates Netzwerk kam sie schließlich zu ihrem ersten Job im Bereich Marketing und wurde dabei gleich ins kalte Wasser geworfen: „Ich habe mir aufgrund meiner Erfahrung im Journalismus zwar gar nicht so schwergetan, aber manchmal packt einen eben die Angst und man fragt sich, ob man es schaffen kann. Inzwischen weiß ich, dass man mit seinen Aufgaben wächst. Das ist nicht nur ein leerer Spruch. Bei neuen Herausforderungen gehe ich einfach Schritt für Schritt vor, meistere Widerstände und beobachte mich dabei selbst: Was kann ich gut? Was kann ich schlecht? Wo gibt es Entwicklungsbedarf? Wie schätzen mich die anderen ein? Was funktioniert und woran soll ich weiterarbeiten?“

Nach einem Jahr entschied sich Julia, ihren Arbeitsplatz zu wechseln und bewarb sich auf Stellen, die sie im Internet fand. Sie meint, dass es vielen so ergehe wie ihr, und dass man während der Jobsuche von Selbstzweifel geplagt werde. Immerhin werden GeisteswissenschaftlerInnen ja nicht unbedingt die besten Aussichten prophezeit. Sie denkt zurück, wie ProfessorInnen Studierenden zu verstehen gaben, dass man mit Kunstgeschichte nicht nur im Museum landet, sondern in sehr vielen Bereichen eine Beschäftigung finden kann. Sie behielten Recht und Julia bekam ihre jetzige Anstellung beim steirischen Humantechnologiecluster als Marketing- und PR-Managerin: „Der Cluster ist von Politik und Wirtschaft ins Leben gerufen worden und dient dazu, Akteure aus den Bereichen Medizin(technik), Pharma- und Biotechnologie und Gesundheit zusammenzufassen und dafür zu sorgen, dass sie sich besser miteinander und mit der Wirtschaft vernetzen. Aus den Tätigkeiten des Clusters soll schließlich ein Mehrwert für die Gesellschaft entstehen.“

Aus ihrem Studium nahm sie Einiges mit, vor allem das in ihrem Arbeitsbereich unabkömmliche vernetzte Denken, sowie selbstverantwortliches, eigenständiges Handeln. „Viele denken Marketing/PR sei ein kreativer Tätigkeitsbereich, der Arbeitsprozess ist jedoch ganz anders. Es geht um Koordination, Organisation und Kommunikation mit KundInnen. Natürlich gibt es dabei kreative Elemente, aber ohne klare Strukturen wäre diese Arbeit nicht umsetzbar. Zehn verschiedene Aufgaben gleichzeitig zu erledigen und damit auch klarzukommen ist eine Kunst, und die habe ich gelernt“, führt Julia aus. Diese (Selbst-)Organisation hat sie sich im Studium angeeignet, da sie sich um Vieles aus eigener Initiative heraus selbst kümmern musste: „Ich weiß, dass es Rechte und Pflichten gibt, die man einfordern darf, soll und muss. Ich habe mich während des Studiums nicht einfach mit Dingen abgefunden, sondern gehandelt. Wenn ein Prüfungstermin beispielsweise nicht angeboten wurde, habe ich mich darum gekümmert und nicht gewartet, dass es jemand anders für einen macht.“

Rückblickend empfindet Julia ihren Karriereweg durchwegs positiv und hätte nichts anders gemacht: „Ich habe mir durch den jetzigen Job beweisen können, dass ich alles schaffen kann, wenn ich an mich glaube – auch wenn das esoterisch klingt.“

Text: Christina Lessiak

EXCELLENCE 2018 – Das Karriere-Festival der Universität Graz

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Der Wirtschaftsgeist-Blog möchte heute auf das Karriere-Festival – EXCELLENCE 2018 – Your time to shine – aufmerksam machen. Neben den zahlreichen Unternehmen werden auch die NGO-Sessions für unsere GSK-Studierenden/AbsolventInnen von großem Interesse sein.

Dienstag, 6.11.2018, 9:30 – 16:00, Hauptgebäude der Universität Graz

“YOUR TIME TO SHINE!” lautet das Motto, wenn sich das Hauptgebäude der Universität wieder in eine einzigartige Festival-Location verwandelt. Für Karriere-Impulse sorgen zahlreiche Informationsstände aufstrebender Arbeitgeber und Institutionen. Sechs weitere Schauplätze am Campus bieten Raum für großartige Live-Acts wie Silent Talks, AbsolventInnen im Gespräch und kostenfreie Bewerbungsfotos.

Da heißt es vorbeischauen, vernetzen, vorankommen.

Festival-Highlights auf einen Blick:

HOCHKARÄTIGE AUSSTELLER im Hauptgebäude der Uni Graz

VORTRÄGE & SILENT TALKS* 30 aufregende Keynotes an einem Tag

KOSTENFREIER FOTO-CORNER & LEBENSLAUF-CHECK*

ABSOLVENTiNNEN im Gespräch* mit erfahrenen Personen aller Fakultäten

NGO-SESSIONS vielfältige Möglichkeiten der Mitarbeit in Non-Governmental Organisations

JOB-WALL

FREE BREAKFAST heißer Kaffee und frisches Gebäck zum Festival-Start um 9:30, ab 12:00 Murelli-Limonaden-Verteilung, ab 14:00 Red Bull, ab 15:00 Tasty Donuts

UniKino goes EXCELLENCE* Gratis Eintritt zu „Free Lunch Society“ am Uni-Campus (Einlass 18:30)

*Anmeldung erforderlich. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Details und Anmeldung: http://excellence-messe.uni-graz.at

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