Karrierewege von GeisteswissenschaftlerInnen – Vol. 23 – Tobias Loder-Neuhold

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Vom Allrounder zum Spezialisten – der Musikologe Tobias Loder-Neuhold schildert seinen Karriereweg.

Wie schafft es ein Musikologe in ein weltweit agierendes B2B Unternehmen? Tobias Loder-Neuhold, MA ist Digital Communications Strategist bei Universium Communications in Schweden und sorgt dafür, dass sich Firmen als Marke aufbauen und etablieren. Inwiefern das mit Geisteswissenschaften zu tun hat, erzählt er in diesem Porträt.

Tobias Loder-Neuhold interessierte sich schon immer für Musik und entschied sich deshalb dafür, Musikologie in Graz zu studieren. Nebenbei war er in zahlreichen Bandprojekten tätig und erwarb Fähigkeiten im Bereich Grafikdesign. Zunächst strebte er eine Universitätskarriere an, was sich jedoch als schwieriger als erwartet herausstellte: „Ich habe gemerkt, dass es sehr wenige Stellen in einem ‚Orchideenfach‘ wie der Musikologie gibt. Meine Spezialisierung im Bereich Musikpsychologie war leider auch nicht ideal. Damit bin ich zwischen den Stühlen gesessen und habe nirgends so richtig dazu gepasst.“ Trotzdem weiß und schätzt er, was ein geisteswissenschaftliches Studium zu bieten hat: „Im Lebenslauf scheinen manche Qualifikationen nicht auf, die man sich aneignet hat. Die strukturierte, analytische und tiefgehende Auseinandersetzung mit Themen, die einen dazu befähigt, Inhalte sowohl in schriftlicher als auch in mündlicher Form wiederzugeben, ist ein großes Plus, das ich in meinem Karriereweg vielfach zum Einsatz bringen konnte. Auch wenn wir Texte über Texte schreiben mussten – Inhalte in Worte zu fassen ist in Jobs gefragt!“

Tobias Lober-Neuhold
Tobias Lober-Neuhold

Die Geisteswissenschaften brachten Tobias auch die nötige Offenheit gegenüber Weiterbildungen und Auslandsaufenthalte nahe. Erfahrungen dieser Art machte er in Form eines Auslandssemesters in den Niederlanden und nach seinem Masterabschluss. Er zog in die Schweiz und entschied sich, sein Interesse an Kommunikation mit einem weiteren Studium zu vertiefen. Im Rahmen des Lehrgangs Kommunikationswissenschaften musste er ein Pflichtpraktikum absolvieren, woraus schließlich sein erster Job resultierte. „Ich fand eine Arbeitsstelle bei einem Konzerthaus an der Schnittstelle zwischen Kommunikation und Musik. Ich war für Pressearbeit und Marketing und auch für soziale Medien verantwortlich. Genauer gesagt habe ich Plakate gestaltet, Werbetexte geschrieben und Informationen an Interessierte und die Presse weitergeleitet. Sowohl meine Aufgabenbereiche als auch mein Arbeitsumfeld haben mir gut gefallen und ich habe mich ins Zeug gelegt, um davon profitieren zu können“, schildert Tobias.

Auf seine Zeit in der Schweiz folgte schließlich ein Umzug nach Schweden, da Tobias‘ Partnerin eine Anstellung an der Universität Uppsala angeboten bekam und er sie in ihrer Karriere unterstützen wollte. Aufgrund seiner Muttersprache sowie seiner Erfahrung im Bereich PR und Social Media fand er auch dort sehr bald eine Anstellung bei einem kleinen Start-Up-Unternehmen. „Als Marketingassistent für den deutschsprachigen Raum kamen mir dann Fertigkeiten aus dem wissenschaftlichen Arbeiten zugute. Ich musste Schlagwörter für die Suchmaschinenoptimierung definieren – eine Tätigkeit, die man auch im wissenschaftlichen Arbeiten anfinden kann. Hier musste ich es eben für Produkte machen, damit sie im Internet besser gefunden werden“, erklärt Tobias. Später war er als Growth Manager dafür verantwortlich die Reichweite des Unternehmens mithilfe von Werbemaßnahmen und Social-Media-Aktionen zu vergrößern um den Umsatz zu steigern. Tobias machte sich im Bereich digitale Kommunikation auch selbstständig und bot KundInnen Social-Media-Kampagnen, Homepageoptimierung und digitale Inhaltserstellung an. Die Fertigkeiten hierzu eignete er sich im Laufe seines Studien- und Arbeitslebens in Eigenregie und in den bereits erwähnten Weiterbildungsangeboten an. Dieses Engagement, davon ist Tobias überzeugt, verhalf ihm schließlich zu seinem jetzigen Job bei Universum Communications.

„Schon einmal darüber nachgedacht, wie große Firmen ihre Angestellten rekrutieren? Dahinter steckt viel mehr als bloß Ausschreibungen in verschiedenen Medien zu platzieren. Es werden Strategien entwickelt, um sich als Arbeitgeber für Talente interessant und attraktiv zu positionieren. Mein Arbeitgeber macht genau das! Und als Digital Communications Strategist unterstütze ich Unternehmen dabei, sich als Marke aufzubauen und Medienstrategien zu entwickeln. Das Ganze nennt sich dann ‚Employer Branding‘“, erklärt Tobias. Diese Arbeit erinnert ihn an seine Experimente in der Studienzeit, wo er genau auf diese Art und Weise planen und testen musste, um ein Ziel zu erreichen. In den letzten Jahren entwickelte er sich immer mehr zum Experten: „Ich war durch meinen beruflichen Werdegang gezwungen, mich vom Allrounder zum Spezialisten zu entwickeln. Das war ein langer und anstrengender Prozess. Es war wichtig, offen und flexibel zu bleiben und seine Stärken kennenzulernen und weiterzuentwickeln. Ich weiß inzwischen, was ich gerne mache und was mir liegt. Für meine Karriere ist die Fokussierung auf einen Bereich sehr förderlich.“
Tobias würde nichts anders machen, rät jedoch anderen Studierenden, einen Masterabschluss nicht um des Titels willen zu machen, sondern bereits nach dem Bachelorabschluss Fuß im Arbeitsleben zu fassen. Außerdem möchte er andere ermutigen, die eigenen, im Studium erworbenen Qualitäten nicht zu unterschätzen. „Übrigens“, sagt Tobias zum Abschluss, „ist unser Abteilungsleiter auch Geisteswissenschaftler.“

Text: Christina Lessiak

Berufseinstieg kompakt

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Für Studierende der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften sowie der Künste bietet sich wieder eine Möglichkeit sich mit dem Thema Berufseinstieg auseinandersetzen.

Im Wintersemester wird die 2tägige „Freie Wahllehrveranstaltung“ (1 ECTS Credit) BERUFSEINSTIEG KOMPAKT angeboten.

Foto: © KlausRanger
Foto: © KlausRanger

Ziel der Veranstaltung ist die Vermittlung der Grundlagen des Berufsein- und Aufstieges unter besonderer Berücksichtigung des Bewerbungsprozesses. Sie erlangen eine umfassende Vorbereitung auf die Arbeitsmarkt-spezifischen Erfordernisse wie die Gestaltung von Bewerbungsunterlagen, Führung von Bewerbungsgesprächen und Kenntnisse über weitere Formen von Auswahlverfahren. Als Basis dient die Darstellung berufsbezogener Stärken, Kompetenzen und Motive mittels Übungen.

Termine: Freitag 16. und 30.11.2018
Uhrzeit: 09:00 – 16:00 Uhr
Ort: SR 02.02, Universitätsplatz 2, 8010, Graz

Anmeldung über Uni Graz Online.
Alle Details unter: https://online.uni-graz.at/kfu_online/wbLv.wbShowLVDetail?pStpSpNr=528868&pSpracheNr=1

Karriere von GeisteswissenschaftlerInnen – Vol. 22 – Julia Pirkenau

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Schritt für Schritt: Julia Pirkenau erzählt von ihrem Karriereweg vom Kunstgeschichtestudium in die Marketingbranche

Julia Pirkenau’s Karriereweg ist alles andere als geradlinig und auf dem ersten Blick von kleinen Rückschlägen gekennzeichnet. Nach der Matura wollte Julia eigentlich Medizin studieren, scheiterte jedoch am Aufnahmetest.
Sie entschied sich daraufhin, Pharmazie zu inskribieren, merkte jedoch recht schnell, dass dieses Studium nicht das richtige für sie war. Da sie sich sehr für Grafikdesign interessierte, bewarb sie sich zwei Mal für das FH-Studium Informationsdesign, wurde jedoch in beiden Fällen abgelehnt. Julia ließ sich davon nicht unterkriegen und begann Kunstgeschichte und parallel dazu Umweltsystemwissenschaften mit Schwerpunkt Chemie zu studieren. Sie blieb schließlich bei Ersterem und erklärt, dass der ursprüngliche Reiz für sie darin lag, in diesem Fach sehr viel über die Gesellschaft zu lernen: „Es heißt, man kann Bilder immer erst dann verstehen bzw. interpretieren, wenn man weiß, was zu einer bestimmten Zeit an dem betreffenden Ort passiert ist. Wieso war das eine Kunstwerk aufsehenerregend oder wichtig? Das herauszufinden ist spannend! Diese Kontexte zu ergründen und Kunst darin einzubetten hat mir gefallen und deswegen bin ich auch drangeblieben.“

Julia Pirkenau - © JOfotografie
Julia Pirkenau – © JOfotografie

Julia hat das Studieren allein aber nie gereicht, weswegen sie nebenbei ständig in unterschiedlichen Bereichen aktiv war. Unter anderem unterstütze sie KünstlerInnen in den Regionen, war im Bezirk Voitsberg an Kunstaktionen beteiligt, Bodypainting-Model, freischaffende Grafikdesignerin und hat darüberhinaus zwei Musikredaktionen mitaufgebaut (Fresh – Austrian Bass Culture und music-news.at). Sie hatte das große Glück, dass ihre Eltern die Möglichkeit hatten, sie finanziell zu unterstützen, weswegen sie neben dem Studium nicht arbeiten musste. „Ich hatte StudienkollegInnen, die sich das Studium nicht leisten konnten und abbrechen mussten“, erzählt Julia. Kombiniert mit den angeführten Erfahrungen führte sie ihre Hochschulbildung schließlich zu einem breiten Wissen und umfangreichen Kompetenzen. Julia erinnert sich: „Als ich damals neben dem Studium zu arbeiten angefangen habe, hat mich meine Mutter gefragt, ob ich genug Geld bekomme. Und ich habe ihr gesagt, dass es in erster Linie nicht um’s Geld geht, sondern darum, dass ich Erfahrungen sammle und die sind unbezahlbar und das ist schlussendlich das Einzige, was wirklich zählt. Und anscheinend habe ich Recht behalten. Alles was man tut bringt einen in der einen oder anderen Hinsicht weiter. Man muss ja nicht alles davon in den Lebenslauf schreiben.“ Besonders als Musikjournalistin, so Julia, habe sie viel erlebt und sich enorm weiterentwickelt. Außerdem habe diese Tätigkeit ihr Unsicherheiten genommen: „Am Anfang hatte ich großen Respekt vor anderen JournalistInnen und MusikerInnen und war verunsichert. Wenn du dann aber einmal Backstage kommst und mit den anderen ein Bier trinkst, merkst du schnell, dass das alles nur Menschen sind und man gar nicht so nervös sein muss.“

Über ihr privates Netzwerk kam sie schließlich zu ihrem ersten Job im Bereich Marketing und wurde dabei gleich ins kalte Wasser geworfen: „Ich habe mir aufgrund meiner Erfahrung im Journalismus zwar gar nicht so schwergetan, aber manchmal packt einen eben die Angst und man fragt sich, ob man es schaffen kann. Inzwischen weiß ich, dass man mit seinen Aufgaben wächst. Das ist nicht nur ein leerer Spruch. Bei neuen Herausforderungen gehe ich einfach Schritt für Schritt vor, meistere Widerstände und beobachte mich dabei selbst: Was kann ich gut? Was kann ich schlecht? Wo gibt es Entwicklungsbedarf? Wie schätzen mich die anderen ein? Was funktioniert und woran soll ich weiterarbeiten?“

Nach einem Jahr entschied sich Julia, ihren Arbeitsplatz zu wechseln und bewarb sich auf Stellen, die sie im Internet fand. Sie meint, dass es vielen so ergehe wie ihr, und dass man während der Jobsuche von Selbstzweifel geplagt werde. Immerhin werden GeisteswissenschaftlerInnen ja nicht unbedingt die besten Aussichten prophezeit. Sie denkt zurück, wie ProfessorInnen Studierenden zu verstehen gaben, dass man mit Kunstgeschichte nicht nur im Museum landet, sondern in sehr vielen Bereichen eine Beschäftigung finden kann. Sie behielten Recht und Julia bekam ihre jetzige Anstellung beim steirischen Humantechnologiecluster als Marketing- und PR-Managerin: „Der Cluster ist von Politik und Wirtschaft ins Leben gerufen worden und dient dazu, Akteure aus den Bereichen Medizin(technik), Pharma- und Biotechnologie und Gesundheit zusammenzufassen und dafür zu sorgen, dass sie sich besser miteinander und mit der Wirtschaft vernetzen. Aus den Tätigkeiten des Clusters soll schließlich ein Mehrwert für die Gesellschaft entstehen.“

Aus ihrem Studium nahm sie Einiges mit, vor allem das in ihrem Arbeitsbereich unabkömmliche vernetzte Denken, sowie selbstverantwortliches, eigenständiges Handeln. „Viele denken Marketing/PR sei ein kreativer Tätigkeitsbereich, der Arbeitsprozess ist jedoch ganz anders. Es geht um Koordination, Organisation und Kommunikation mit KundInnen. Natürlich gibt es dabei kreative Elemente, aber ohne klare Strukturen wäre diese Arbeit nicht umsetzbar. Zehn verschiedene Aufgaben gleichzeitig zu erledigen und damit auch klarzukommen ist eine Kunst, und die habe ich gelernt“, führt Julia aus. Diese (Selbst-)Organisation hat sie sich im Studium angeeignet, da sie sich um Vieles aus eigener Initiative heraus selbst kümmern musste: „Ich weiß, dass es Rechte und Pflichten gibt, die man einfordern darf, soll und muss. Ich habe mich während des Studiums nicht einfach mit Dingen abgefunden, sondern gehandelt. Wenn ein Prüfungstermin beispielsweise nicht angeboten wurde, habe ich mich darum gekümmert und nicht gewartet, dass es jemand anders für einen macht.“

Rückblickend empfindet Julia ihren Karriereweg durchwegs positiv und hätte nichts anders gemacht: „Ich habe mir durch den jetzigen Job beweisen können, dass ich alles schaffen kann, wenn ich an mich glaube – auch wenn das esoterisch klingt.“

Text: Christina Lessiak

EXCELLENCE 2018 – Das Karriere-Festival der Universität Graz

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Der Wirtschaftsgeist-Blog möchte heute auf das Karriere-Festival – EXCELLENCE 2018 – Your time to shine – aufmerksam machen. Neben den zahlreichen Unternehmen werden auch die NGO-Sessions für unsere GSK-Studierenden/AbsolventInnen von großem Interesse sein.

Dienstag, 6.11.2018, 9:30 – 16:00, Hauptgebäude der Universität Graz

“YOUR TIME TO SHINE!” lautet das Motto, wenn sich das Hauptgebäude der Universität wieder in eine einzigartige Festival-Location verwandelt. Für Karriere-Impulse sorgen zahlreiche Informationsstände aufstrebender Arbeitgeber und Institutionen. Sechs weitere Schauplätze am Campus bieten Raum für großartige Live-Acts wie Silent Talks, AbsolventInnen im Gespräch und kostenfreie Bewerbungsfotos.

Da heißt es vorbeischauen, vernetzen, vorankommen.

Festival-Highlights auf einen Blick:

HOCHKARÄTIGE AUSSTELLER im Hauptgebäude der Uni Graz

VORTRÄGE & SILENT TALKS* 30 aufregende Keynotes an einem Tag

KOSTENFREIER FOTO-CORNER & LEBENSLAUF-CHECK*

ABSOLVENTiNNEN im Gespräch* mit erfahrenen Personen aller Fakultäten

NGO-SESSIONS vielfältige Möglichkeiten der Mitarbeit in Non-Governmental Organisations

JOB-WALL

FREE BREAKFAST heißer Kaffee und frisches Gebäck zum Festival-Start um 9:30, ab 12:00 Murelli-Limonaden-Verteilung, ab 14:00 Red Bull, ab 15:00 Tasty Donuts

UniKino goes EXCELLENCE* Gratis Eintritt zu „Free Lunch Society“ am Uni-Campus (Einlass 18:30)

*Anmeldung erforderlich. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Details und Anmeldung: http://excellence-messe.uni-graz.at

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Effektiv präsentieren. Effizient kommunizieren

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Wir sind zunehmend von einer wachsenden Anzahl an Sinneseindrücken umgeben, die die Aufmerksamkeitsspanne erheblich reduzieren. Deswegen ist eine klare und effiziente Kommunikation der Schlüssel zu erfolgreichen Präsentationen und Verhandlungen. Im Rahmen dieses Workshops geht es daher um die effiziente Kommunikation von Schlüsselpunkten, das Erlangen der Aufmerksamkeit und das Wecken von Interesse der ZuhörerInnen.

©Pixabay
©Pixabay

Sie lernen,…
wie Sie andere Menschen innerhalb kurzer Zeit für ein Thema einnehmen können. Dafür werden Sie einen 30 Sekunden Pitch entwerfen, kommunizieren und reflektieren. Ziel ist es, dass Sie nach dem Training einen überzeugenden 30 Sekunden Pitch halten können.                                     

Mittwoch 24.10.2018

Uhrzeit: 14:00 – 15:30 Uhr

Ort: Career Center Veranstaltungsraum, Geidorfgürtel 21, 1.Stock, 8010, Graz

Trainer: Davorin Barudzija, Trainer und Recruiter bei Teach For Austria

Hier geht es zur Anmeldung!

Karrierewege von GeisteswissenschaftlerInnen – Vol. 21 – Angelika Prattes

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Die studierte Sprachwissenschaftlerin Angelika Prattes ist bei der „EFM Versicherungsmakler AG“ beschäftigt und dort Teil der „Akademie“, die Aus- und Weiterbildungsangebote für VersicherungsmaklerInnen anbietet.

Doch wie kommt es dazu, dass eine Geisteswissenschaftlerin überhaupt in dieser Branche landet?
„Ich habe lange nicht gewusst, wo es mich einmal hinziehen wird. Dass ich einmal bei einem Versicherungsmakler angestellt sein werde, hätte ich mir jedenfalls nicht gedacht. Ich habe mir nicht so gut vorstellen können, in welchen Bereichen man als Geisteswissenschaftlerin eigentlich überall arbeiten kann! Es gibt durchaus Jobs für LinguistInnen, manchmal eben in Branchen, die nicht so auf der Hand liegen.“

Angelika hat Sprachwissenschaften, Anglistik/Amerikanistik und das Ergänzungsfach Medienwissenschaften an der Karl-Franzens-Universität Graz studiert. Den Master absolvierte sie in Cambridge. Eigentlich wollte sie Jus mit BWL-Schwerpunkt studieren, auch Lehramt ging ihr als Idee nie so richtig aus dem Kopf: „Dazu hat mir auch jede/r geraten, aber eine Woche vorm Inskribieren habe ich mich dann für Sprachwissenschaften entschieden, und ich bereue die Entscheidung bis heute nicht.“

Angelika Prattes
Angelika Prattes

Obwohl sie am Anfang davon angetan war, dass man laut Studienplan mit dem Abschluss beruflich alles Mögliche machen kann, wie bspw. Fremdsprachenvermittlung, Public Relations oder Erwachsenenbildung, erkannte sie während des Studiums, dass die Universität keine Ausbildungsstätte ist und für bestimmte Arbeitsbereiche Zusatzqualifikationen unabdingbar sind. „Im dritten Semester war ich dann eine von vielen, die Panik bekommen hat und ich habe nochmals überlegt, ob es nicht klüger wäre, die Richtung zu wechseln und Logopädie oder BWL anzugehen“, erläutert Angelika.

Das geisteswissenschaftliche Studium habe Angelika, so beschreibt sie, darin geschult, Gegebenheiten aus vielen Perspektiven zu betrachten und im Denken beweglich zu sein: „Ich habe gelernt auf einer abstrakten Ebene Szenarien durchzuspielen, die richtigen Fragen zu stellen und den Überblick zu bewahren. Diese Fähigkeiten haben sich schließlich als sehr anwendungsnah herausgestellt.“

Neben dem Studium war Angelika zuerst Teilnehmerin und danach im Vorstand des High-Potential-Programmes „Circle of Excellence“ tätig. Während dieser Zeit entstand beispielsweise ein Kochbuch in Kooperation mit dem SOS Kinderdorf. Außerdem arbeitete sie in unterschiedlichen Bereichen, wie beispielsweise als Ordinationsassistentin im Pränatalzentrum Graz und als Studienassistentin. Durch die Vereinstätigkeit kam sie schließlich zu ihrem jetzigen Job: „Eine Freundin, die ich aus dem Verein kannte, hat in der Systemzentrale der EFM Versicherungsmakler AG gearbeitet. Ich habe ihr bei einem Kaffee geschildert, was ich so kann und was mich interessiert. Eine Woche später kam der Anruf, dass sie jemanden für die Akademie brauchen. Es gab keine konkrete Stelle, aber sie haben nach MitarbeiterInnen gesucht und so habe ich mich einfach beworben, ohne genau zu wissen, wie die Arbeitsstelle gestaltet sein wird. Es ging dann alles Schlag auf Schlag und plötzlich hatte ich einen Job.“

Zunächst war Angelika für Prozessoptimierung zuständig. Wie man sich das vorstellen kann, erklärt sie so: „Es handelt sich bei meinem Arbeitgeber um ein Franchiseunternehmen. Das bedeutet, dass ähnliche Abläufe in verschiedenen Unternehmen reibungslos funktionieren sollen. Es war meine Aufgabe herauszufinden, welche Abwicklungen am effizientesten sind und diese werden dann empfohlen bzw. in Form von Schulungen weitervermittelt.“ Danach wurde sie mit Fachschulungen für neue MitarbeiterInnen beauftragt und produzierte Informationsvideos zu einzelnen Versicherungssparten, um den Angestellten Grundlagen zu vermitteln.

Die Branche erschien Angelika zu Beginn sehr fremd, aber die Arbeit war von Anfang an sehr vielseitig, die Arbeitskolleginnen sympathisch und das Arbeitsklima sehr gut. „Außerdem“, so erzählt Angelika, „ändern sich die Arbeitsbereiche immer wieder, da sich die Prioritäten sehr schnell ändern können. Und je mehr man dazulernt, desto vielfältiger werden auch die Arbeitsaufträge. Darum bleibt meine Arbeit auch immer spannend!“ Darüber hinaus wurde eine ihrer Leidenschaften Teil ihres jetzigen Jobs: „Aspekte, die mir am Lehramtstudium gefallen hätten, kann ich auch in meiner jetzigen Arbeit umsetzen, nämlich Wissen für ein bestimmtes Zielpublikum aufzubereiten und dieses auch zu vermitteln.“

Angelika spricht auch von der Unsicherheit von GeisteswissenschaftlerInnen in Sachen Selbstpräsentation und Herausstreichen der eigenen Qualifikationen. Sie bedauert, dass ArbeitgeberInnen oft die Fähigkeiten und Qualifikationen übersehen, die Geisteswissenschaftlerinnen mitbringen. Sie ist jedoch durch ihre bisherigen Erfahrungen optimistisch: „Ich glaube, wenn’s einem Spaß macht, findet man nach dem Studieren auch etwas zum Arbeiten! Ich habe bereits in vielen verschiedenen Bereichen gearbeitet, wo ich mich selbst vielleicht so nicht gesehen habe, und jedes Mal habe ich etwas dazugelernt, etwas Neues erfahren und mich dabei auch selbst besser kennengelernt. Und das war oft schon mehr als genug.“

Text: Christina Lessiak / KUG

Anmeldung zum Wirtschaftsgeist-Workshop – Social Entrepreneurs

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Das WTZ Süd lädt zum sechsten Wirtschaftsgeist-Workshop am 20. November 2018. Diesmal mit dem Themenschwerpunkt: „Social Entrepreneurs – gesellschaftliche Wirkung im Kerngeschäft“.

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WER?
Zielgruppe: Studierende der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften und der Künste an der Karl-Franzens-Universität Graz, der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt und der Kunstuniversität Graz treffen auf folgende Unternehmen:

www.schubiduquartet.com
erarbeiten gesellschaftsrelevante Themen durch Gestaltung von Blogs, Websites, Videos, Fotos, Texte und Grafiken

www.sonected.at
bieten maßgeschneiderte Organisation und Verwaltung für‘s Business, sowie für Vereine und Freizeit

www.heidenspass.cc
entwickeln Upcycling-Designprodukte

WAS?
Der WIRTSCHAFTSGEIST Workshop bringt Studierende der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften und der Künste mit UnternehmerInnen zusammen. Studierende, die Interesse haben mit unternehmerischen Zugängen gesellschaftliche Aufgabestellungen zu bearbeiten, treffen auf ambitionierte UnternehmerInnen, um einander kennenzulernen und gemeinsam an einer Challenge zu arbeiten.

WOFÜR?
Studierende erhalten Einblicke wie Social Entrepreneurs an gesellschaftlichen Herausforderung herangehen, während Unternehmen die vielseitige Expertise von Studierenden im geisteswissenschaftlichen und künstlerischen Bereich kennenlernen und von deren kreativen Problemlösungsansätzen profitieren.

WIE?
Für jedes teilnehmende Unternehmen wird ein interdisziplinäres Studierenden-Team gebildet. Gemeinsam arbeitet jedes Team an einer Challenge aus der Praxis. Dabei werden Lösungsansätze aus unterschiedlichen Disziplinen kombiniert. Ein Innovationscoach gibt dabei wertvolle Impulse und vermittelt nützliche Kreativitätstechniken, um die einzelnen Workshop-Projekte zu unterstützen.

WANN & WO?
Datum: DIENSTAG, 20. November 2018, 11.00 Uhr bis 16.00 Uhr
Ort: ZWI.Space Uni Graz, Halbärthgasse 2-4, 8010 Graz

Weitere Informationen und Anmeldung: wirtschaftsgeist@uni-graz.at
Anmeldefrist: 14. November 2018

Der Wirtschaftsgeist-Workshop findet in Zusammenarbeit mit dem Social Business Club Styria statt.